🏰 Burgen und Schlösser

Torrione di Vallecrosia

📍 Vallecrosia, Ligurien · 43/100

Ein runder Wehrbau von mehr als zehn Metern Durchmesser, gehalten von einer kleinen Besatzung und mit einer Kanonenbatterie bestückt: Der Torrione sollte das Meer nicht nur beobachten, sondern auch zurückschießen. Er entstand zusammen mit den anderen Türmen der Gegend, um die türkisch-berberischen Korsaren, die sogenannten Sarazenen, rechtzeitig zu erkennen, die entlang der Riviera di Ponente heraufkamen; nach der Kirche San Rocco ist er das älteste Bauwerk von Vallecrosia.

Sehenswertes

Die Anlage lässt sich noch gut ablesen: der runde Mauerzylinder und ringsum das, was von der viereckigen Umfassung übrig ist, heute nur noch zwei Seiten. Bei einer Landung fanden hinter dieser Mauer etwa hundert Menschen Schutz: Sie war die erste Sperre, der Turm dagegen der letzte Rückzugsort. Es handelte sich also nicht um einen bloßen Ausguck, sondern um eine aktive Verteidigung mit Geschützen in Richtung Strand.

Die fünf Türme gelten als Wahrzeichen von Vallecrosia, und alle gehen auf dieselbe Furcht zurück. Die immer häufigeren Überfälle vom Meer her trieben die Küstenbewohner ins Hinterland, wo sie geschützte Ortschaften wie Vallecrosia Alta gründeten; wer am Ufer blieb, verließ sich auf die Türme. Ein zweiter Turm steht noch an der Straße, die das Meer mit dem alten Ortskern verbindet, drei weitere stecken in den Häusern des mittelalterlichen Dorfes.

Der Besuch

Der Torrione steht heute innerhalb der Mauern der Ordensschule Sant'Anna, zum Meer gewandt und dicht an der Bahnlinie: Betreten kann man ihn nicht, von außen sieht man ihn dafür sehr gut. Der richtige Standort ist die Passeggiata Marconi, die Uferpromenade von Vallecrosia, von der aus sich der Turm klar über die Umfassungsmauer erhebt. Das Bauwerk ist gut erhalten; in manchen Jahreszeiten überzieht ihn fast vollständig das Laub einer Kletterpflanze, das seine militärische Form weicher wirken lässt.

Tipp der Redaktion

Wir kommen am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und von Westen einfällt: Das Mauerwerk nimmt das Streiflicht auf, und der runde Baukörper wirkt viel deutlicher als mittags. Danach fahren wir hinauf nach Vallecrosia Alta, an der Straße zum alten Dorf, wo der zweite Turm steht: in wenigen Minuten mit dem Auto oder in gut einer Stunde zu Fuß fügt sich das ganze System zusammen, das Auge am Meer, der Zufluchtsort in den Hügeln.

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