🏰 Burgen und Schlösser

Torre Barbaresca

📍 Riva Ligure, Ligurien · 43/100

Die Arbeiten begannen um 1559 mit dem Geld eines anderen Ortes: Die Einnahmen einer Steuer auf das Schreiben von Urkunden, erhoben im Hinterland in Triora, flossen in die Baustelle des Turms von Riva. Bis dahin hatte der Ort — damals Riva di Taggia genannt und der Seehafen des nahen Taggia — keine eigene Verteidigung, auch weil er weiter seinen Anteil an den Mauern des Hauptorts zahlte. 1546 verzichtete Taggia auf diese Beiträge, unter einer klaren Bedingung: Das Geld sollte die Küste befestigen.

Sehenswertes

Der Turm entstand als Beobachtungsposten: ein Auge am Horizont, um herannahende Segel zu erkennen und Alarm zu schlagen, bevor die Boote das Ufer erreichten. Der Bau kam nur sehr langsam voran, doch wenige Jahre nach dem Beginn war er fertig und im Dienst — eine wuchtige Festung, völlig unverhältnismäßig zur Größe des Dorfes, das sie gewollt hatte.

Diese Unverhältnismäßigkeit erklärt die Zahl der Überfälle. Zwischen 1551 und 1562 landeten Berberkorsaren fünfmal an dieser Küste: Plünderungen, brennende Häuser, verschleppte Bewohner. Am Ende standen ein entvölkerter Ort und der aufgegebene Hafen, der im 15. Jahrhundert mit seinen Werften der wichtigste Landeplatz von Taggia gewesen war. Der Turm ist das, was von diesen Jahren der Angst geblieben ist.

Der Besuch

Durch Riva Ligure führt die via Aurelia, die den Ort mit Taggia auf der einen und Santo Stefano al Mare auf der anderen Seite verbindet; Züge halten hier seit 2001 nicht mehr, seit die Linie Genua-Ventimiglia landeinwärts verlegt wurde. Auf der alten Trasse verläuft heute der Radweg der Riviera, der wenige Meter am Turm vorbeiführt. Es ist ein kurzer Halt: Die ganze Masse des Baus liest sich von der Straße aus, und der alte Ortskern mit der Pfarrkirche San Maurizio liegt wenige Gehminuten entfernt.

Tipp der Redaktion

Wir raten, mit dem Rad zu kommen und nicht nur hier haltzumachen. Weiter westlich, zur Mündung des Argentina hin, hat das Grabungsgelände von Capo Don die Reste einer frühchristlichen Kirche aus der Mitte des 6. Jahrhunderts samt Baptisterium freigelegt; dessen achteckiges Becken ähnelt dem von Albenga. Turm und Ausgrabungen erzählen zwei Arten, an dieser Küste zu leben: erst der Hafen, dann die Angst vor dem Meer.

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