Das Beste an diesem Platz ist ein achteckiges Baptisterium aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts, 1937 bei den Grabungen von Nino Lamboglia wieder freigelegt und fast vollständig erhalten. Wir sind auf Capo Don an der Küste von Riva Ligure, wo die Via Julia Augusta — die Linie, der die heutige Aurelia noch folgt — an der Mündung des Wildbachs Argentina vorbeizog, in der Antike Tabia fluvius. Hier lag Costa Balenae: Das Itinerarium Antonini führt den Ort als Anlegestelle, die Tabula Peutingeriana zeichnet ihn als Mansio und schreibt Costa Bellene. Gegründet wurde er kurz nach 181 v. Chr., dem Jahr, in dem der Konsul Paulus Aemilius die Ligurer schlug.
Sehenswertes
Der Grundriss des Baptisteriums ist ganz zu lesen, ein Achteck, das den Anlagen von Albium Ingaunum und Forum Julii nahe verwandt ist; beide römischen Städte hatten dasselbe Schema übernommen. Daneben laufen die Mauern der sogenannten Basilika von Capo Don, wohl auf Betreiben des Bischofs von Albenga errichtet, dessen Sprengel diesen Küstenabschnitt umfasste. Etwas weiter liegen die nur teilweise ausgegrabenen Reste einer römischen Villa; die Kampagnen des Päpstlichen Instituts für Christliche Archäologie datieren sie ins 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr., in die Anfangszeit der Siedlung.
Die andere Hälfte des Geländes besteht aus Gräbern. Das Bestattungsareal ist ausgedehnt, die Körpergräber gehören verschiedenen Typen an: Zeichen eines geordneten Ortes, der ohne Bruch bewohnt blieb. Die Gebäude wurden umgebaut und nach und nach verkleinert, bis ins 10. Jahrhundert, vielleicht bis ins 12. Münzen und Medaillen von hier decken die gesamte Kaiserzeit ab. Auf der Anhöhe dahinter, der Grangia, ist ein Benediktinerkloster unter Genueser Aufsicht bis ins 14. Jahrhundert bezeugt.
Der Besuch
Das Ausgrabungsgelände von Capo Don, so steht es auf den Schildern, liegt wenige Meter neben der Aurelia im Gemeindegebiet von Riva Ligure. Gegraben wird weiterhin, der Zugang richtet sich nach den Kampagnen: Vor dem Aufstieg lohnt eine Nachfrage im Rathaus. Am bequemsten kommt man über den Radweg der Riviera di Ponente, der auf der Trasse der alten Küstenbahn verläuft und direkt unterhalb des Platzes vorbeiführt.
Tipp der Redaktion
Nehmen Sie die Tabula Peutingeriana mit, und sei es nur auf dem Handydisplay: Erst das Mansio-Zeichen auf einer römischen Karte zu sehen und dann auf dem Boden zu stehen, auf dem die Pferde gewechselt wurden, verändert den Blick auf diese niedrigen Mauern. Achten Sie außerdem auf das Verhältnis von Platz und Meer. Die Station lebte, solange Straße und kleiner Landeplatz gebraucht wurden, und endete, als sich die Wege verlagerten und die Überfälle der in Frassineto ansässigen Muslime die Küste unsicher machten.
