⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario della Madonna Miracolosa

📍 Taggia, Ligurien · 48/100

Am 11. März 1855 sahen die in der Stiftskirche versammelten Einwohner von Taggia am Ende eines achttägigen Gebets, wie sich die Augen einer Statue der Madonna vom Heiligsten Herzen bewegten, geschaffen von ihrem Mitbürger Salvatore Revelli. Weil sich der Vorgang wiederholte, ließ der Bischof von Ventimiglia ein kanonisches Verfahren einleiten; die Akten gingen nach Rom, Pius IX. erklärte das Ereignis für wunderbar und genehmigte die Krönung des Bildes. Seither heißt die Basilika der Heiligen Jakobus und Philippus für alle Wallfahrtskirche der Madonna Miracolosa.

Sehenswertes

Der heutige Bau ist der barocke: Den Entwurf lieferte der römische Architekt Giuseppe Arcucci, 1675 ausgewählt vom aus Taggia stammenden Kardinal Girolamo Gastaldi, der die Arbeiten auch bezahlte; geleitet wurden sie von Baumeister Girolamo Arlotti aus Riva Ligure und 1689 abgeschlossen, im Jahr der Weihe. Der Innenraum ist ein einziger rechteckiger Saal mit Tonnengewölbe, stark betontem Presbyterium und vierzehn Seitenkapellen, sieben je Seite. Die wundertätige Statue steht in der vierten Kapelle des linken Seitenschiffs.

Von der romanischen Kirche des 12. Jahrhunderts, die zuvor hier stand, blieben die weiße Marmorkanzel von 1575, das Taufbecken aus buntem Marmor und der Tabernakel; der Glockenturm wurde auf dem mittelalterlichen schlicht aufgestockt. An den Wänden erkennt man Gemälde von Luca und Giovanni Cambiaso, Francesco Brea, Giuseppe Massa und Domenico Guidobono, dazu werden die Reliquien des heiligen Benedetto Revelli aufbewahrt, ebenfalls aus Taggia. Das Kanonikerkolleg der alten Kirche gründete 1212 das städtische Armenhospital.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Piazza Cardinal Gastaldi in der Altstadt von Taggia, wenige Gehminuten von den Gassen und Laubengängen entfernt; der Eintritt ist frei, und da es eine Pfarrkirche im Dienst ist, besucht man sie während der Gottesdienste zurückhaltend. Eine vollständige Restaurierung zwischen 1990 und 1996 brachte das Innere wieder in Ordnung. Zwei Termine zählen: der 11. März, Jahrestag des ersten Wunders, und der erste Sonntag im Juni, Jahrestag der Krönung, wenn der Ort voll ist.

Tipp der Redaktion

Wir schauen uns die Statue aus der Nähe und ohne Eile an und fragen dann in der Sakristei nach ihrem Gegenstück: Revelli schuf eine ähnliche für die Kapuziner von Loano, wo sie 1864 die Augen bewegt und geweint haben soll, während die antiklerikalen piemontesischen Gesetze die Mönche aus der Stadt vertrieben. Gut zu wissen ist außerdem, dass der Titel einer Basilica minor im Dezember 1942 von Pius XII. kam, der einer Diözesanwallfahrtskirche erst 2010: Die Frömmigkeit war hier stets schneller als die Dekrete.

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