⛪ Kirchen und Heiligtümer

pieve di San Michele Arcangelo

📍 Arcola, Ligurien · 48/100

Der hölzerne heilige Rochus in der Mitte des Kirchenschiffs ist das erste bekannte Werk von Domenico Gar, einem Bildhauer französischer Herkunft, der im unteren Val di Magra arbeitete: Er schnitzte ihn 1524. Die Kirche, die ihn beherbergt, ist weit älter als er. Als plebem de Trebiano erscheint sie in einer Bulle von Papst Eugen III. aus dem Jahr 1149, als sie eine Taufkirche mit Zuständigkeit für die umliegenden Kapellen war; der Bau, den man heute sieht, ist allerdings eine Rekonstruktion des 16. Jahrhunderts, und vom romanischen Vorgänger bleibt vor allem die Erinnerung der Urkunden. Sie ist bis heute Pfarrkirche des Vikariats Media Val di Magra im Bistum La Spezia-Sarzana-Brugnato.

Sehenswertes

In der Mascardi-Kapelle, die den erhaltenen Flügel des Vorgängerbaus einnimmt, steht ein Marmoraufsatz, bekannt als Icona pulchra, ebenfalls von Domenico Gar. Über die Predella laufen drei Reliefs: Szenen aus dem Leben des heiligen Bernhard von Clairvaux, die Geburt Christi und die heilige Katharina von Alexandrien mit zersprengten Ketten, ein ikonografisches Detail, dem man selten begegnet.

Im kleinen linken Seitenschiff hängt ein Holzkreuz, gemalt auf kariertem Grund, an einigen Stellen unvollständig und vor kurzem restauriert: Bevor es hierher zurückkam, verbrachte es eine Zeit im Diözesanmuseum von La Spezia. Auf dem Altar steht eine hölzerne Madonna des 17. Jahrhunderts. Die übrige Ausstattung besteht aus kleineren Gemälden und Skulpturen, über die Jahrhunderte ohne einheitlichen Plan zusammengekommen.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Piazza della Chiesa im Kern von Trebiano, einem Höhenweiler von Arcola: Die Autos bleiben am Ortsrand, das letzte Stück geht man zu Fuß durch enge Gassen. Es ist eine aktive Pfarrei, die Öffnung richtet sich also nach den Gottesdienstzeiten; außerhalb davon fragt man besser im Dorf. Der Innenraum ist klein und in gut zwanzig Minuten in Ruhe zu sehen, länger, wenn man vor dem gemalten Kreuz stehen bleibt, dem einen Stück, zu dem man zweimal zurückkehrt.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, die Predella der Icona pulchra aus der Nähe und möglichst im Streiflicht zu betrachten: Gar arbeitete in sehr flachem Relief, und die Einzelheiten der drei Felder gehen im frontalen Blick verloren. Kehren Sie dann zum heiligen Rochus zurück: Zu wissen, dass es das Debüt eines damals noch unbekannten Bildhauers war, verändert den Blick darauf.

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