1862 wurde Giuseppe Garibaldi nach dem Gefecht am Aspromonte verwundet hierher gebracht, und 1867 kehrte er nach Mentana zur Behandlung zurück: Das Varignano war damals Gefängnis und Militärkrankenhaus. Die Festung besetzt die Landspitze, die die Bucht von Le Grazie von jener des Varignano trennt, im Golf der Dichter. Begonnen hat alles ganz anders: 1724 errichtete die Republik Genua hier ein Lazarett mit Warenlager und setzte damit einen Beschluss um, den das Gesundheitsmagistrat schon 1656 gefasst hatte.
Sehenswertes
Der Komplex bewahrt den niedrigen, geschlossenen Grundriss der genuesischen Lazarette, der später zur Militäranlage anwuchs. Die Wende kam mit der napoleonischen Zeit: Ab 1797, unter der Ligurischen Republik, wurde der Ort umgewidmet, und am 11. Mai 1808 ging er an die französische Kriegsmarine über, die hier das Militärkommando des Golfs und die Garnison einrichtete. In denselben Jahren begann Santorre di Santa Rosa mit den Studien für ein modernes Marinearsenal an dieser Stelle. Nach Napoleons Sturz fiel das Varignano an das Königreich Sardinien und dann an das Königreich Italien, weiterhin als Gefängnis und Krankenhaus.
Das zweite Leben spielt unter Wasser. 1910 wurde die 1849 in Genua gegründete Taucherschule der Regia Marina hierher verlegt, und seither hat die Landspitze ihren Beruf nicht mehr gewechselt: Hier trainierten in beiden Weltkriegen die Verbände der Sturmmittel, und seit 1952 ist das Fort Stützpunkt der Kampfschwimmer. Heute sitzt hier das Kommando „Teseo Tesei“; die Kaserne trägt den Namen des Majors des Marineingenieurwesens, ausgezeichnet mit der Goldmedaille für militärische Tapferkeit.
Der Besuch
Gleich vorweg: Das ist ein aktiver Marinestützpunkt, für Besucher gesperrt, und das Tor an der Straße nach Le Grazie öffnet sich nicht. Das Varignano betrachtet man von außen, und das lohnt sich: Der Umriss der Spitze und die Molen sind von der Uferstraße in Le Grazie gut zu lesen und noch besser vom Wasser aus, von den Booten, die Porto Venere entlang der Bucht mit La Spezia verbinden. Es gibt weder Öffnungszeiten noch Eintrittskarten, weil es keine Besichtigung gibt: Wer auf Einlass hofft, fährt wieder heim.
Tipp der Redaktion
Wir hängen es an einen halben Tag in Le Grazie an: erst der Ort und seine Wallfahrtskirche, dann der Abschnitt der Uferstraße, von dem aus die ganze Spitze zu sehen ist. Wenn möglich, kommen Sie über das Wasser, mit einem der Boote nach La Spezia: Vom Meer aus versteht man in Sekunden, warum die Marine gerade diesen Felsfinger wählte, der die Bucht wie ein Stöpsel verschließt. Halten Sie die Kamera bereit, denn die Festung zeigt sich nur für wenige Minuten und verschwindet dann hinter der Spitze.
