⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa della Madonna del Carmine

📍 Albisola Superiore, Ligurien · 48/100

Der Glockenturm fällt zuerst ins Auge: klein, mit Ziegeleinsätzen im Mauerwerk und einer flachen Kuppel, die mit Keramikziegeln gedeckt ist, also mit dem Material, das man in Albisola seit Jahrhunderten verarbeitet. Die Kirche der Madonna del Carmine entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Luceto, einem Ortsteil von Albisola Superiore, an der Via della Chiappa. Sie ist eine Dorfkirche, gebaut für die Leute, die dort wohnten, und wollte nie mehr sein als das.

Sehenswertes

Das Innere ist ausdrücklich schlicht: ein einziges Schiff, ein Kreuzgratgewölbe, Wände ohne Schmuck. Es gibt keinen Freskenzyklus zu suchen und keine Gemäldesammlung abzuarbeiten: man sieht die Architektur, wie sie ist, und das macht sie weit lesbarer als Kirchen voller Ausstattung.

Das einzige bemerkenswerte Ausstattungsstück ist eine hölzerne Marienfigur aus den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts. Draußen gibt der Glockenturm mehr her: die Ziegeleinsätze geben dem Mauerwerk Rhythmus, und die flache Kuppel mit ihren Keramikziegeln ist eine Signatur des Ortes. Das Gebäude wurde in jüngerer Zeit restauriert.

Der Besuch

Luceto liegt außerhalb des Zentrums von Albisola Superiore, die Kirche erreicht man über die Via della Chiappa. Museumszeiten gibt es nicht: wie jede Kirche eines Ortsteils öffnet sie vor allem zu den Gottesdiensten, sonst steht man oft vor verschlossener Tür. Wer das Innere sehen möchte, fragt vorher in der Pfarrei nach; kurz bleibt der Besuch ohnehin.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, sie erst von außen anzusehen und einmal herumzugehen, bis der Glockenturm frei gegen den Himmel steht: die Keramikziegel nehmen das Licht anders auf als Ziegel und Putz, und das ist die einzige Stelle, an der diese Kirche sagt, woher sie kommt. Steht das Portal offen, genügen danach zehn Minuten für die Marienfigur.

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