Die alte Kirche von Albisola Capo steht noch, wenige Schritte von der neuen entfernt, doch drinnen gibt es keine Bänke mehr: Sie ist ein Kino und Theater geworden. Nostra Signora Stella Maris ersetzte sie in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, als sich die Pfarrei des Fischerviertels von San Nicolò in Albisola Superiore löste und einen größeren Raum wollte, an der Via Don Natale Leone, dicht am Strand, von dem die Boote ausliefen. Der Titel sagt alles: Stella Maris, Stern des Meeres, ist die Madonna, der sich anvertraute, wer zum Fischen hinausfuhr.
Sehenswertes
Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz mit einer Kuppel in der Mitte, für eine Dorfpfarrkirche eine ungewöhnliche Wahl. Außen trägt die Kuppel die Statue jener Madonna, der die Kirche geweiht ist; innen ist sie mit Engelsfiguren ausgemalt. Den Chorraum beherrscht ein großes Gemälde der Jungfrau, das die ganze Rückwand hinter dem Hochaltar einnimmt, und der Tabernakel stammt von Giacomo Manzù: Einen der bekanntesten italienischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts trifft man selten in einer Kirche am Meer.
Im linken Querarm steht das älteste Stück: eine hölzerne Prozessionsgruppe mit Maria und dem Kind aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die aus dem Oratorium Santa Maria Maggiore stammt. Sie entstand als Rosenkranzmadonna und erhielt erst später den Titel Stella Maris, was erklärt, warum die Schnitzerei zu einer anderen Andacht zu gehören scheint. Im rechten Querarm steht der Altar des Heiligsten Herzens mit einer Christusstatue, und über dem Eingang sitzt die Orgel.
Der Besuch
Albisola Capo ist der Teil von Albisola Superiore, der am Meer liegt, und die Kirche steht im alten Fischerviertel, gleich hinter dem Strand: Von der Promenade sind es wenige Minuten zu Fuß. Die Pfarrei gehört zum Vikariat Albisola-Varazze im Bistum Savona-Noli, und wie in jeder Pfarrkirche richten sich die Öffnungszeiten nach den Messen. Die Gruppe mit Maria und dem Kind ist eine Prozessionsgruppe: Sie entstand zum Tragen, nicht nur zum Anschauen.
Tipp der Redaktion
Wir empfehlen, mit erhobenem Blick einzutreten, hinauf in die Kuppel, und sich erst danach dem Hochaltar zu nähern: Der Tabernakel von Manzù ist klein und wird übersehen, wenn man zerstreut ankommt. Danach lohnen die wenigen Schritte bis zur alten Kirche, die als Kino endete: Beide zusammen zu sehen ist der direkteste Weg, um zu verstehen, wie stark dieser Ort wuchs, als er nicht mehr allein vom Fischfang lebte.
