🖼️ Museen

Museo della ceramica Manlio Trucco

📍 Albisola Superiore, Ligurien · 48/100

Manlio Trucco brachte als Erster die metallischen Lüster im dritten Brand in die Keramikwerkstätten von Albisola, ein Verfahren, das später viele andere Künstler studierten, darunter Lucio Fontana. Das Museum, das seinen Namen trägt, liegt in dem Haus, das er sich 1936 an der Via Aurelia in Albisola Capo bauen ließ, nach einem Entwurf des Ingenieurs Fabris und des Architekten Mario Labò: zwei Geschosse, in denen seine Manufaktur Trucco Ceramiche d'Arte untergebracht war. Er schenkte es der Gemeinde unter einer klaren Bedingung: es sollte ein Museum für die ligurischen Künstler werden. Eröffnet wurde es am 21. Mai 1989.

Sehenswertes

Die Räume versammeln ligurische Keramik vom 15. Jahrhundert an. Dazu kommt eine Sammlung von Majoliken als Leihgabe des Krankenhauses San Martino in Genua: überwiegend Apothekengefäße aus savonesischen Werkstätten des 17. und 18. Jahrhunderts, im Blau auf weißem Grund des Stils antico Savona. Im Garten steht dauerhaft die Battaglia von Agenore Fabbri, und seit 2009 beherbergt das Gebäude auch die Stadtbibliothek.

Der Rest erzählt von Trucco selbst. Geboren 1884 in Genua, aufgewachsen in Belém in Brasilien, wo der Vater eine Kautschukfirma leitete; dann Mexiko, wo er präkolumbische Keramik der Azteken und Maya studierte, und 1911 New York und Paris, wo er im Atelier Martine von Paul Poiret Muster für Seidenstoffe zeichnete und mit Modigliani, Severini, Matisse und Max Jacob verkehrte. Von dort brachte er das Art déco mit, das sich bei ihm mit den überlieferten savonesischen Farben mischte. 1922 gründete er mit Cornelio Geranzani die Manufaktur La Fenice, in der auch Arturo Martini arbeitete.

Der Besuch

Der Eingang liegt an der Via Aurelia in Albisola Capo. Das Haus hat zwei Geschosse und teilt sie mit der Stadtbibliothek, die Öffnungszeiten sind also die eines kommunalen Dienstes und wechseln mit der Jahreszeit: vorher nachsehen lohnt sich. Mit dem Garten reichen anderthalb Stunden für einen gründlichen Besuch, wer sich für Keramik interessiert, bleibt gern länger.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, mit den Apothekengefäßen aus dem San Martino zu beginnen und erst danach zu Truccos eigenen Arbeiten zu gehen: dann sieht man sofort, wie viel er von der örtlichen Tradition behielt und wie viel er aus Paris mitbrachte. Und vor dem Hinausgehen der Garten: die Battaglia von Fabbri steht draußen, nicht in den Räumen, und wird leicht übersehen.

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