🏰 Burgen und Schlösser

castello di Andora

📍 Andora, Ligurien · 47/100

Die Burg von Andora entstand 1170 auf einem Hügel, der damals Paraxu hieß, und jahrhundertelang war dieser Hügel Andora: Die erste Siedlung lag hier, zwei Kilometer von der Küste entfernt, nicht am Strand. Heute ist es eine Ruine im Gebüsch, die Reste der Mauern und Wehrtürme wurden durch eine konservierende Restaurierung gesichert; zusammen mit der romanischen Kirche der Heiligen Jakobus und Philippus daneben gilt sie als bedeutendste Denkmalanlage der westlichen Riviera.

Sehenswertes

Der Hügel steht für sich, auf der linken Seite des Tals des Wildbachs Mèrula. Vom Bering des 13. Jahrhunderts blieben Mauerzüge und die Sockel der Türme, verstreut zwischen den Sträuchern; die Kirche der Heiligen Jakobus und Philippus dagegen ist vollständig erhalten und der Grund, warum der Ort weiter besucht wurde, als die Burg keinen Zweck mehr hatte. Beide Bauten gehören zusammen: Sie waren ein einziger Organismus, Macht- und Kultzentrum der Gemeinschaft, bevor diese ans Meer zog.

Die Geschichte steht in den Besitzwechseln. Im 12. Jahrhundert war die Burg Stützpunkt und Wohnsitz der Markgrafen von Clavesana, die sie 1252 an die Republik Genua verkauften; die Genuesen bauten sie um und erweiterten sie zum Haus des örtlichen Podestà. Dann versumpfte die Mündung des Mèrula, im 15. und 16. Jahrhundert zogen die Bewohner in die Nachbarorte und vor allem nach Laigueglia, und 1676 verlegte auch der Podestà seinen Sitz dorthin, wegen der ungesunden Verhältnisse am Paraxo. Dennoch behielt die Burg bis zur Französischen Revolution volle Verwaltungsfunktionen.

Der Besuch

Die Anlage liegt im Ortsteil Castello, rund zwei Kilometer oberhalb von Andora; mit dem Auto fährt man vom Talboden hinauf, zu Fuß führt vom Ort ein ansteigender Weg hin. Wer die Autobahn A10 Genua-Ventimiglia benutzt, hat sie längst gesehen, ohne es zu wissen: Vom Viadukt über den Mèrula ist der Umriss gut zu erkennen. Das Gelände liegt im Freien, um die Ruinen kann man frei herumgehen; die Öffnungen der Kirche folgen einem Kalender, den man vor dem Aufstieg prüfen sollte.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen den späten Nachmittag, wenn das Licht schräg auf den Stein der Kirche fällt und sich das Tal unten leert. Ziehen Sie festes Schuhwerk an: Zwischen den Ruinen ist der Boden uneben und das Gras hoch. Und nehmen Sie sich die Zeit, um die Mauern herum bis zur Seite zu gehen, die aufs Meer blickt: Von dort versteht man, warum es fünf Jahrhunderte lang vernünftig schien, hier oben zu wohnen statt unten am Ufer.

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