⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa dei Santi Giacomo e Filippo

📍 Andora, Ligurien · 49/100

Wer auf der Autobahn A10 Richtung Ventimiglia fährt, sieht sie einen Moment lang von der Brücke über den Merula: eine graue Steinkirche und ein viereckiger Turm auf einem Hügel, über den Resten der Burg von Andora aus dem 13. Jahrhundert. Die Ausfahrt lohnt sich. Die Kirche der Heiligen Jakobus und Philippus entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus dem Stein von Capo Mele, demselben wie beim Turm nebenan, und gilt als eines der wichtigsten Beispiele spätromanischer Baukunst im Westen Liguriens.

Sehenswertes

Der Grundriss ist basilikal: drei Schiffe, drei Apsiden, runde, skulptierte Säulen tragen die Spitzbögen. Die heutige Gestalt ist nicht die ursprüngliche, sondern das Ergebnis der Erweiterung im 14. Jahrhundert, die dem Bau sein romanisch-gotisches Aussehen gab; 1903 legte der Architekt Alfredo d'Andrade Hand an, derselbe, der Dutzende mittelalterlicher Denkmäler im Nordwesten Italiens restaurierte. In der Fassade öffnet sich ein Rundbogenportal, darüber ein mehrbahniges Fenster.

Neben der Kirche steht der Torturm aus rohem Stein, mit ghibellinischen Schwalbenschwanzzinnen: hier lag unter genuesischer Herrschaft der nördliche Zugang zum befestigten Ort, heute dient der Turm der Kirche als Glockenturm, mit der er fast sicher gleichzeitig entstand. Im Inneren des Turms hat sich das Bruchstück eines alten Freskos gehalten. Das Ensemble — Kirche, Turm, Burgruine — erklärt von selbst, warum der Ortsteil schlicht Castello heißt.

Der Besuch

Der Ortsteil Castello liegt auf dem Hügel über dem Merula-Tal, hinter der Strandpromenade von Andora: vom Talboden fährt man in wenigen Minuten hinauf, das letzte Stück geht man bequem zu Fuß. Die Kirche ist nicht die Pfarrkirche des Ortes und nicht ständig geöffnet; die besten Gelegenheiten sind Gottesdienste und vor allem die Reihe klassischer Konzerte, die hier jeden Sommer stattfindet, mit Aufführungen in den drei Schiffen.

Tipp der Redaktion

Kommen Sie, wenn möglich, zu einem der Sommerkonzerte: Kammermusik unter Spitzbögen aus dem 13. Jahrhundert zu hören, lohnt den Aufstieg für sich allein, und an solchen Abenden lebt der Ortsteil auf wie sonst nie im Jahr. Sonst zielen Sie auf den Sonnenuntergang: das Merula-Tal wird dunkel, bevor es das Meer wird, der Turm bleibt länger im Licht, und der Verkehr auf der Autobahn unten schrumpft zu einem fernen Geräusch.

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