Unter den Füßen liegt in Spotorno ein Friedhof: Der 1751 verlegte Boden der Kirche Santissima Annunziata öffnet sich auf 17 Grabkammern, und die älteste trägt das Datum 1582. Die Pfarrkirche an der Via Giuseppe Garibaldi ist die Mutterkirche des Ortes: Eine erste, der heiligen Maria geweihte Kirche erscheint schon 1198 in Urkunden, das heutige Patrozinium wird erstmals bei einer Visitation von 1585 genannt, und die Neuweihe von 1694 beendete die Arbeiten, die dem Bau ungefähr seine heutige Gestalt gaben.
Sehenswertes
Innen liegt ein einziges tonnengewölbtes Schiff mit zehn Seitenkapellen, nicht alle mit Altar, und zwei weiteren neben dem Presbyterium. In der Apsis läuft ein geschnitztes Chorgestühl des 17. Jahrhunderts; an der Innenfassade über dem Eingang steht eine Empore derselben Zeit, darauf die 1772 von den Genuesern Filippo und Felice Piccaluga gebaute Orgel, 1906 von Italo Romoli erneuert, der allerdings Gehäuse und Pfeifen des 18. Jahrhunderts beibehielt.
Die Gemälde stammen fast alle aus dem 17. und 18. Jahrhundert, und die Namen sind die guten der genuesischen Schule: die Unbefleckte Empfängnis von Giovanni Lorenzo Bertolotto, die Madonna mit Kind und den Heiligen Petrus und Paulus von Giovanni Andrea De Ferrari, die Marienszenen von Giovanni Agostino Ratti, die Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Antonius von Padua und Franziskus, die Domenico Piola 1667 signierte. In der Kapelle des Heiligsten Kruzifixes stammt das hölzerne Kruzifix von Anton Maria Maragliano und hebt sich vor der Leinwand von Domenico Parodi mit der Beweinung durch Maria, Magdalena und Johannes ab: Skulptur und Malerei als eine einzige Szene aufgebaut.
Der Besuch
Die Kirche steht in der Altstadt, wenige Schritte von der Strandpromenade entfernt, und ist eine Pfarrei im Dienst: Die Zeiten richten sich nach den Messen, und die Tür steht meist über die Mittagsstunden offen. Das Schiff ist breit und der Innenraum dunkel: Um die Bilder wirklich zu sehen, braucht es Licht, der späte Vormittag oder der frühe Nachmittag sind also besser. Fragen Sie auch nach dem Oratorium der Santissima Annunziata, das zur selben Pfarrei gehört.
Tipp der Redaktion
Bleiben Sie zwei Minuten an der Schwelle stehen und denken Sie daran, wer hier durchgegangen ist: 1798 plünderten napoleonische Truppen die Kirche und die Feldkapellen und schleppten mehr als 40 kg Silber fort, und am 16. Februar 1814 machte Papst Pius VII. hier für einige Stunden Halt, auf dem Rückweg aus Frankreich, wo er Napoleons Gefangener gewesen war. Sechzehn Jahre zwischen beiden Ereignissen, im Hintergrund derselbe Mann. Wenn Sie die Piccaluga-Orgel während eines Gottesdienstes hören können, bleiben Sie: Sie ist das Beste an dieser Kirche und am schwersten zu erwischen.
