🏰 Burgen und Schlösser

Torre di Sant'Antonio

📍 Spotorno, Ligurien · 43/100

Der Turm von Sant'Antonio wurde nicht zur Zierde der Küste gebaut, sondern weil vom Meer her Piraten kamen. Die Republik Genua errichtete ihn im Lauf des 16. Jahrhunderts, zusammen mit dem Turm von Coreallo, als die Überfälle der Sarazenen an dieser Küste immer häufiger wurden. Genua hatte gute Gründe zu investieren: Spotorno war 1385 genuesisch geworden, als Papst Urban VI. der Republik das Lehen des Ortes und das des nahen Pietra Ligure für 60.000 Gulden verkaufte. Von da an gehörte der Ort zur Podesteria von Capo di Vado, zusammen mit Vado, Bergeggi und Noli, und seine Küste wurde zu einem Stück Grenze, das bewacht werden musste.

Sehenswertes

Die beiden Türme teilten sich die Arbeit nach Himmelsrichtungen auf: Sant'Antonio im Osten, Coreallo im Westen. Gemeinsam deckten sie den Bogen der Bucht ab, an dem der Ort liegt, doch die Aufgabe galt nicht nur dem Meer: Auch das Bergland hinter der Siedlung musste im Blick bleiben.

Der Turm war Teil eines größeren Systems. Spotorno verfügte, wie die Nachbarorte, über eine solide Verteidigung, zu der auch die Burg auf dem Hügel über der Stadt gehörte, im 12. Jahrhundert von den Bischöfen von Savona erbaut und von den Männern aus Noli mehrfach zerstört; der heutige viereckige Bau soll aus dem 16. Jahrhundert stammen, denselben Jahren wie die Türme. Beides an einem Tag anzusehen macht die Kette begreiflich.

Der Besuch

Nach Spotorno kommt man über die Via Aurelia, die den Ort durchquert und ihn mit Bergeggi im Norden und Noli im Süden verbindet, über die Abfahrt der A10 oder mit der Bahn: Der Bahnhof wird mit Noli geteilt und liegt an der Strecke Genua-Ventimiglia. Die Uferfront zieht sich über zwei Kilometer Sandstrand, mit Promenade, öffentlichen Gärten und Badeanstalten; wer den Turm sucht, hält sich an die östliche Seite. Öffnungszeiten oder Eintrittskarten sind nicht bekannt.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen den Spaziergang nach Osten am späten Nachmittag, wenn das Licht vom Land kommt und sich die Umrisse über dem Wasser besser lesen lassen, und einen Blick hinauf zum Burghügel, bevor man umkehrt: Von dort wird klar, warum die Republik ihre Wachen genau an diesen beiden Punkten aufstellte. Danach lohnt ein Halt an der Piazza Aonzo, die mit der angrenzenden Via De Maestri das eigentliche Zentrum des Ortes bildet, und ein wenig Zeit für die schmalen Gassen.

Spotorno entdecken

Die ganze Gemeinde: Guide, Orte, Küche und Veranstaltungen.