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🏰 Burgen und Schlösser

Torre di Papone

📍 Noli, Ligurien · 43/100

Jahrhundertelang lag hier das Pulver der Republik: Der Torre di Papone, zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert knapp außerhalb des alten Mauerrings von Noli errichtet, diente als Waffen- und Munitionsdepot eines Kleinstaats, der von 1192 bis 1797 formal unabhängig blieb. Ein Ziegelbogen verbindet ihn bis heute mit dem Wehrgang, der von der Burg Monte Ursino herabführt, und dieser Anschluss sagt den Rest: Wer den Hügel hielt, hielt auch die Straße.

Sehenswertes

Am meisten überraschen die Fenster. In den Mauern öffnen sich gotische Zweibogen- und Einzelfenster, wie man sie eher an einem Herrenhaus erwartet als an einem Wehrbau: Der Turm sollte schützen und sich zugleich zeigen. Daneben durchbricht die Porta Papona das Mauerwerk und lässt die Straße hindurch. Turm und Tor bilden einen einzigen Baukörper, und die Einheimischen nennen sie noch immer in einem Zug.

Im 13. Jahrhundert schloss sich Noli in einen Mauerring ein und stattete sich mit über siebzig Stadttürmen aus. Fast alle sind verschwunden, gekappt oder von späteren Häusern verschluckt; der Papone gehört zu den wenigen Schäften, die sich noch von unten bis oben lesen lassen, neben dem Rathausturm und dem Turm der Quattro Canti. An ihm versteht man ein System, das Strand, Mauer und Hang zu einem einzigen Verteidigungsplan zusammenband.

Der Besuch

Der Turm steht am nördlichen Rand der Altstadt, in der via Luigi Defferrari, wenige Gehminuten von den Laubengängen an der Aurelia entfernt. Man betrachtet ihn von der Straße aus, und eine ganze Runde lohnt sich: Auf der einen Seite erscheint der Bogen, der ihn an den Wehrgang schweißt, auf der anderen hebt sich der Schaft scharf vom Grün des Hügels ab. Hier beginnt auch der Aufstieg zur Burg Monte Ursino, deren heutige Gestalt auf den Umbau von 1552 unter Hauptmann Andrea da Bergamo zurückgeht.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen den Anmarsch von unten, zu Fuß durch die carruggi statt gleich mit dem Auto zur Burg: Der Turm taucht in Ausschnitten zwischen den Dächern auf, und erst so begreift man, wie hoch er über dem Ort stand. Danach geht es weiter hinauf zum Monte Ursino, über der Bucht, die sich im Osten zur Insel Bergeggi schließt; beim Abstieg liest sich der Ziegelbogen im Licht des späten Nachmittags deutlich besser.

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