🏰 Burgen und Schlösser

castello di Spotorno

📍 Spotorno, Ligurien · 47/100

Im Jahr 1227 stiegen die Männer von Noli und Segno, treue Verbündete Genuas, auf den Hügel und machten die Burg dem Erdboden gleich. Es war der zweite Abriss innerhalb weniger Jahrzehnte: Anfang des 13. Jahrhunderts war die Festung schon einmal niedergelegt und 1218 wieder aufgebaut worden. Die Burg von Spotorno, auf der Anhöhe nördlich des Ortes an der Riviera delle Palme, hatte wenig Glück, und was heute übrig ist, erzählt vor allem von den Mächten, die um sie stritten.

Sehenswertes

Zu sehen ist eine Ruine, und das sollte man vor dem Aufstieg wissen: Die Burg verfällt seit Langem, niemand hat sie je wieder hergerichtet. Geblieben sind der viereckige Grundriss — die Form, die die Festung zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert bei ihrem letzten Wiederaufbau annahm — und vor allem die Lage: ein halbhoher Hügel über dem Ort und dem Küstenstreifen darunter. Genau dafür war sie da.

Die Chronologie steht in den Urkunden, nicht im Mauerwerk. 1180 taucht die Festung bereits unter den Lehensgütern des Bistums Savona auf, sie entstand also vor oder während der Herrschaft der Savoneser Bischöfe. 1333 ging sie an die Stadt Savona über, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an die Familie De Loterio, die sie bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs behielt. Seit 1933 steht der Ort unter Denkmalschutz der Soprintendenza ai Beni Architettonici — ein Schutz, der kam, als es die Ruine zu retten galt und nicht mehr das Gebäude.

Der Besuch

Man geht vom Dorf aus hinauf, mit dem Rücken zum Meer: Der Hügel schließt den Ort nach Norden ab, der Anstieg ist kurz, aber durchgehend steil und verlangt festes Schuhwerk. Hier ist nichts hergerichtet — keine Kasse, keine Öffnungszeiten, keine Aufsicht —, und die Reste betrachtet man von außen, weil das Mauerwerk instabil und stellenweise einsturzgefährdet ist. Eine halbe Stunde genügt, und es geht vor allem um den Blick: Von oben versteht man, warum in vierhundert Jahren vier verschiedene Mächte diesen Hügel wollten.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen die kalte Jahreszeit und den späten Nachmittag: Bei niedrigem Buschwerk zeichnet sich der viereckige Umriss wirklich ab, und das flache Licht hebt die Mauern vom Hang ab. Und wir würden erst hinaufsteigen und danach durch die Altstadt von Spotorno gehen, nicht umgekehrt — die Burg liest sich besser, wenn man gesehen hat, was sie schützen sollte: den Ort am Meer und den Küstendurchgang.

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