Castelnovetto

Provinz: Pavia · Region: Lombardei · Einwohner: 624 · PLZ: 27030

Der Ort wurde im zwölften Jahrhundert von den Mailändern zerstört, als er noch einfach Castrum hieß, die Burg. Er wurde wiederaufgebaut, und dem alten Namen fügte man novetum hinzu: so erscheint er im Verzeichnis der Pavieser Ländereien von 1250 als Castrum Novetum, die neue kleine Burg, und seither trägt der Name die Erinnerung an die Zerstörung mit sich. Von der Burg selbst ist geblieben, was im Boden und in der Sprache steckt: das Viertel, in dem die Kirche der Bruderschaft steht, nennen die Leute noch immer il castello, und dort erhebt sich eine kleine, offensichtlich von Menschen aufgeschüttete Anhöhe, wie man sie in der Ebene für Burgen anlegte. Der Glockenturm der Pfarrkirche ist ein wiederverwendeter Turm der Burg des dreizehnten Jahrhunderts.

Zwischen dem vierzehnten und dem sechzehnten Jahrhundert wechselte das Lehen etwa zehnmal den Herrn: die Langosco, die Beccaria, für einen Augenblick der Markgraf von Monferrato, die Visconti, die Sforza, der herzogliche Minister Cicco Simonetta, ein Mann aus Ferrara, ein französischer Kardinal, ein weiterer Minister und 1527 ein spanischer Hauptmann, der sich in der Schlacht von Pavia hervorgetan hatte. Dann wurde es an Marcantonio Rasini verkauft, den ersten Grafen von Castelnovetto, und die Rasini behielten es bis zum Ende der Feudalität, 1797. Auch die Kirchen waren Tauschgegenstand: die beiden mittelalterlichen Pfarreien hier, die eine unter Pavia, die andere unter Vercelli, kamen 1576 beide an Vercelli, in einem Tausch gegen Rosasco. Und 1643 wurden der Ort und sein Benediktinerkloster von Fürst Thomas von Savoyen geplündert — nicht wegen eines Streits mit dem Ort, sondern weil er die Festung Casale versorgen musste. Auf der 1581 im Vatikan gemalten Karte des Herzogtums Mailand erscheint Castelnovetto unterdessen unter einem schlicht falschen Namen: C. Nonanta.

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