Die Kirche San Francesco Grande ist ein katholisches Kirchengebäude in Pavia in der Lombardei. Sie hat eine zweifarbige gotische Fassade mit einem Doppelportal im französischen Stil, ein in Italien ungewöhnlicher Fall.
Sehenswertes
Nach der Überlieferung ließ sich die erste franziskanische Gemeinschaft auf Wunsch des heiligen Franziskus zwei Jahre vor seinem Tod in der Stadt nieder, doch es gibt keine urkundlichen Belege; die Gemeinschaft kam wahrscheinlich gegen Ende des zweiten Jahrzehnts des 13. Jahrhunderts. Die Brüder ließen sich zunächst bei einer der Madonna geweihten Kirche außerhalb der Mauern nieder, die in einer Urkunde von 1234 erwähnt wird; 1267 begann der Bau der Kirche innerhalb der Mauern, die mit dem Kloster 1298 fast fertig war, als die Franziskaner den Komplex vor der Stadt verließen, der den Karmelitern überlassen wurde. Nach der Einnahme Pavias 1359 verlegte Galeazzo II. den Hof von Mailand nach Pavia, und die Kirche wurde vom Herrn und dann von seinem Sohn Gian Galeazzo für die Bestattungen von Mitgliedern der Familie und bedeutenden Persönlichkeiten gewählt: Hier wurden Isabella von Valois, Carlo und Azzone, der Markgraf Manfredo V. von Saluzzo, Baldo degli Ubaldi und später Facino Cane beigesetzt. 1739 erfuhr die Kirche schwere barocke Umgestaltungen, die durch Restaurierungen zwischen dem späten 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts teilweise rückgängig gemacht wurden; das Kloster wurde 1781 von Joseph II. aufgehoben, und seit 1805 ist die Kirche Pfarrei.
Der Grundriss ist ein lateinisches Kreuz, 68 Meter lang, dreischiffig; der vordere Teil, für die Laien, hat ein Sparrendach auf 14 Rundbögen, der hintere, einst den Brüdern vorbehaltene Teil rot-weiße Rippengewölbe auf Spitzbögen. Die Fassade, zwischen dem Ende des 13. und dem Beginn des 14. Jahrhunderts gebaut, spielt mit dem Kontrast zwischen dem Rot des Ziegels und dem Weiß des Sandsteins, mit einem großen dreiteiligen Fenster und fünf kreuztragenden Fialen. Die Seitenkapellen, zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert hinzugefügt, beherbergen viele Werke: In der ersten, von Giorgio Rossi zwischen 1392 und 1398 gestiftet, sind Spuren der Fresken von Giovannino de' Grassi erhalten; in der Kapelle des heiligen Matthäus hängt das Altarbild von Vincenzo Campi von 1588, dessen Licht und Realismus die Kritik als Vorläufer der Malerei Caravaggios gelesen hat. Das Nussholzchorgestühl stammt von den Brüdern Donati, begonnen 1484; über dem Chorgestühl befinden sich zwei Fresken des 14. Jahrhunderts, die bei den Restaurierungen der siebziger Jahre gefunden wurden.
Der Besuch
Die Kirche liegt in Pavia. Öffnungszeiten oder Besuchsmodalitäten nennen die herangezogenen Quellen nicht: Sie sind bei der Pfarrei zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Die Quellen weichen ab, wo die drei gotischen Büsten aus vergoldetem Kupfer mit den Reliquien des heiligen Apollonius, des heiligen Viktor und der heiligen Corona aufbewahrt werden, die Ottone Mandelli den Franziskanern hinterließ: Eine nennt das Museo Diocesano von Pavia, eine andere die Kirche. Fragen Sie vor dem Besuch nach.

