Die Propsteikirche San Michele Arcangelo ist einer der wichtigsten Kultorte von Busto Arsizio. Sie steht dort, wo die Langobarden eine Befestigung errichteten, und ist dem Schutzheiligen dieses Volkes und Patron der Stadt geweiht; seit 1924 ist sie Sitz der Propstei.
Sehenswertes
Die heutige Kirche wurde zur Vergrößerung ihres Fassungsvermögens zwischen 1653, als am 25. März der Grundstein gelegt wurde, und 1679 (ohne die Fassade) nach einem Entwurf von Francesco Maria Richini neu gebaut. Weil Graben und Bastionen des Ortes ein Wachstum nach Westen verhinderten, wurde die Ausrichtung umgekehrt: Der Glockenturm, zuvor neben der Apsis, stand nun an der Seite der Fassade. Diese, 1796 vollendet, ist barock, mit Satteldach und durch ein hohes Gesims in zwei Bänder geteilt: unten ionische Pilaster und das große Portal zwischen zwei Marmorhalbsäulen, mit einem Reliefmedaillon der Madonna mit Kind; oben korinthische Lisenen und ein rechteckiges Fenster. Ein dreieckiger Giebel krönt das Ganze, mit vier Engelsstatuen an den Seiten und dem Erzengel Michael in der Mitte.
Der Glockenturm ist das einzige Bauwerk, das von der langobardischen Befestigung geblieben ist, und das älteste Gebäude von Busto Arsizio: aus Stein und Kieseln erbaut, wird er ins 9. oder 10. Jahrhundert datiert und schließt mit vier Zwillingsfenstern, von denen zwei zugemauert sind. Er wurde in zwei Schritten aufgestockt, zuletzt 1559 mit der Glockenstube. Innen ist der Grundriss ein lateinisches Kreuz, mit einem einzigen Schiff unter einem Tonnengewölbe mit Lünetten und zehn Seitenkapellen, fünf auf jeder Seite: in der Kreuzkapelle ein hölzernes Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert und eine Leinwand vom Ende des 15. Jahrhunderts, die der Schule des Bergognone zugeschrieben werden kann; in der Kapelle des heiligen Felix und der Reliquien die Urne des Heiligen und Reliquiare des 16. und 17. Jahrhunderts. Die Kuppelfresken, fünfhundert Quadratmeter zum Triumph Christi über den Tod, stammen aus den Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts.
Der Besuch
Die Kirche liegt im Zentrum von Busto Arsizio, an der Piazzetta Don Pio Chieppi. Öffnungszeiten und Besuchsmodalitäten nennen die herangezogenen Quellen nicht: bei der Pfarrei zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Ein Detail, das man beim Blick auf den Glockenturm im Kopf haben kann: Ursprünglich gab es drei Glocken, seit 1889 sind es zwölf, gegossen in Mailand von der Gießerei Barigozzi. Nach einer Restaurierung des Turms ruhen sie nicht mehr auf seinen Mauern, sondern auf einer inneren Metallstruktur, die direkt auf die Fundamente abträgt.
