Monte San Giusto ist das, was es wurde, als einer seiner Söhne Karriere machte. Niccolò Bonafede, hier geboren, wurde zum Bischof von Chiusi gewählt, und aus seinem Geburtsort machte er einen Renaissancehof. Den Festungspalast, der seinen Namen trägt, begann er zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts: das Eingangsportal ist von 1524, ein Werk des Steinmetzen Franco Pesimoti aus Ancona; der Mittelbau auf pyramidenförmigem Sockel, mit Ziegelfassade, Steingewänden und Fenstern in Form eines Guelfenkreuzes, ist dem Palazzo Venezia in Rom nachgebildet, der Hof jenem des Herzogspalasts von Urbino. Drinnen liegt im Erdgeschoss ein gemalter Raum, den man das Zimmer des Bischofs nennt, und im Hauptgeschoss ein Freskenband mit den Triumphen des Niccolò Bonafede, einem spanischen Maler, Johannes Hispanus, zugeschrieben: es sind die Reste einer weit größeren Ausmalung. Heute ist der Palast das Rathaus, und im Ratssaal hängt ein Gemälde des neunzehnten Jahrhunderts, das Bonafede beim Prüfen des Bauplans zeigt.
1504 ernannte ihn Papst Julius II. zum Pfarrherrn von Santa Maria della Pietà in Telusiano, einer Kirche romanischen Ursprungs kurz vor dem Ort, und auch dort legte Bonafede Hand an: er ließ die Decke erhöhen, schloss die alten Bogenfensterchen und öffnete andere für das Licht und ließ sein Wappen am steinernen Portal anbringen. Dann gab er Lorenzo Lotto die Kreuzigung in Auftrag, 1531 vollendet, das bedeutendste Werk des Ortes, und sie hängt noch dort. Sein eigener Grabstein dagegen ging bei der Wiederherstellung von 1921 verloren. In der Stiftskirche Santo Stefano wird eine hölzerne gekrönte Jungfrau bewahrt, Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zum ersten Mal gezeigt und 1855 zur Patronin ausgerufen, weil sie den Ort vor der Pest bewahrt habe; und heute lebt Monte San Giusto von Lederwaren und Schuhen, einem Gewerbe, das es hier seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts gibt.