Diese Einsiedelei liegt knapp über tausend Metern, in einem Buchenwald und neben einer Quelle, an dem alten Weg, der zwei Festungen des Matese verband. Das ist kein Zufall: Wasser, Holz, Schutz und eine Straße. Eine Bergklause entsteht immer dort, wo der Gehende anhalten muss.
Sehenswertes
Die Kirche hat ein einziges Schiff, eine Holzdecke und die Statue des Heiligen auf dem Hochaltar. Angebaut ist eine Schutzhütte, viel später hinzugekommen, mit einem an zwei Seiten laufenden Bogengang aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Der Überlieferung nach lebte der Heilige, dem sie geweiht ist, von der Milch einer Hirschkuh.
Über die Gründung sind sich die örtlichen Quellen uneins: Sie datieren sie zwischen das neunte und zehnte Jahrhundert als Klause, schreiben sie aber den Templern oder den Zisterziensern zu, Orden, die es damals noch nicht gab. Der typische Fall, in dem das Dorfgedächtnis einem alten Ort die prestigeträchtigen Namen anhängt, die es kannte. Sicher ist, dass im achtzehnten Jahrhundert noch zwei Eremiten hier lebten und der Ort jahrhundertelang Wanderer beherbergte, die das Massiv überquerten.
Der Besuch
Bis 1976 kam man nur zu Fuß her; dann wurde eine Straße eröffnet, die wenige hundert Meter entfernt vorbeiführt. Der Zugang ist frei, doch die Kirche öffnet vor allem zu Gottesdiensten und zum Fest. Eine Stunde.
Tipp der Redaktion
Lassen Sie das Auto an der Straße und gehen Sie das letzte Stück zu Fuß, so kurz es ist. Tausend Jahre lang kam man nur so an, müde, während der Wald sich plötzlich zur Lichtung öffnet: Das Verkehrsmittel für die letzten fünf Minuten zu wechseln verändert die Ankunft völlig, und es ist das Einzige, was Sie hier noch wählen können.
