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⛪ Kirchen und Heiligtümer

Insigne collegiata parrocchiale di Santa Maria Maggiore

📍 Guglionesi, Molise · 47/100

Vom rechten Seitenschiff der Kollegiatkirche von Guglionesi steigt man in eine Krypta des 12. Jahrhunderts hinab: kleine Joche, getrennt durch schlanke Säulchen, Rundbögen. Zusammen mit den Apsiden ist das der Rest der älteren Kirche San Pietro und zugleich der schönste Teil des Baus. Die Gewölbe trugen einst einen ganzen Freskenzyklus des 16. Jahrhunderts von einem einheimischen Maler. Zwei Szenen sind geblieben — die Sintflut mit der Arche Noah und der Turmbau zu Babel — und sie genügen, um den Verlust zu ermessen.

Das Gründungsdatum ist nicht gesichert. Wahrscheinlich war es das 11. Jahrhundert, nach einem Gelübde des normannischen Heerführers Robert Guiskard an die Muttergottes; seine Männer hatten die Gegend 1060 erobert. Der Überlieferung nach wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. Juni 1102 die Gebeine des heiligen Abtes Adam hierher überführt; seither ist er Schutzpatron des Ortes. Ein 1746 begonnener Umbau zog sich fünfzig Jahre hin: Erst 1796 öffnete die Kirche wieder für den Gottesdienst, mit der spätbarocken Gestalt, die sie bis heute hat, und mit umgekehrter Ausrichtung.

Sehenswertes

Die Fassade ist nach Norden gerichtet und durch geschwungene Lisenen in drei Abschnitte geteilt. Über den beiden kleinen Seitenportalen sitzt ein Vierpassfenster; das weit größere Mittelportal trägt eine barocke Supraporte mit Nische und darüber das Stadtwappen. Der obere Teil stammt aus dem 20. Jahrhundert und zeigt im Giebel eine Uhr. Am rechten Ende lehnt der Glockenturm: vier barocke Geschosse übereinander, abgeschlossen von einer jüngeren Pyramidenspitze aus Eisen mit Ziegelverkleidung. Wer um die rechte Flanke herumgeht, sieht die drei halbrunden Apsiden der ursprünglichen Kirche.

Innen drei Schiffe mit Stuck des 18. Jahrhunderts und schwere Pfeiler, die unterschiedlich hohe Arkaden tragen. Über dem Hochaltar hängt eine Tafel mit der Himmelfahrt Mariens von 1572, gestiftet von Cesare Ferrante, damals Bischof von Termoli: gemalt hat sie ein Künstler aus der Schule des Marco dal Pino nach einem Bild des Sieneser Meisters, das heute in Neapel hängt. Dazu das Triptychon von Michele Greco da Valona mit der Madonna delle Grazie zwischen dem heiligen Sebastian und dem heiligen Rochus, Chorgestühl und Kanzel aus Holz und der Altar des heiligen Adam mit dem großen Gemälde seiner Ekstase.

Tipp der Redaktion

Suchen Sie in der Krypta den 1587 gemalten Zyklus zum Leben des heiligen Adam und das vergoldete Holzretabel, das ihn in Ekstase über einem mittelalterlichen Guglionesi zeigt. Daneben stehen die Reliquien des Patrons und seine silberne Statue, 33 Kilo schwer.

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