🏺 Archäologische Stätten

Larinum

📍 Larino, Molise · 46/100

Die Straße, die durch Larino führte, hatte einen Namen und einen Beamten für den Unterhalt: Sie hieß Traiana Frentana, und der Name ist aus der Grabinschrift eines gewissen Marco Blavio überliefert, der unter den curatores der Verbindung von Ancona nach Brindisi genannt wird. Ein Grabstein verrät uns also, wie man die Verkehrsader nannte, die die römische Stadt reich machte.

Larinum lag auf den Hügeln des Hinterlands, auf etwa 400 m Höhe und rund 26 km von der Adria entfernt, oberhalb des Unterlaufs des Biferno. Kein gewöhnlicher Ort: Die Piana San Leonardo bot fruchtbaren, leicht zu bearbeitenden Boden, Ton und Kalkstein versorgten die Brennöfen, Flussgeröll aus Cigno und Biferno lieferte Baumaterial. Schon im 3. Jahrhundert v. Chr. war die Stadt wohlhabend und bevölkerungsreich, lange vor den Punischen Kriegen, und im Handel gewichtiger als die Nachbarorte.

Der Besuch

Heute ist Larinum ein archäologisches Areal in der Provinz Campobasso, der Eintritt ist frei. Man erschließt sich das Gelände zu Fuß: Die beherrschende Lage über der Talsohle erklärt von selbst, warum hier Waren und Menschen Station machten. Larino war ein Knoten, keine Endstation. Landeinwärts führte das Tal des Biferno nach Bovianum, dem heutigen Bojano; über den Triftweg Celano-Foggia gelangte man nach Luceria, also Lucera, im nördlichen Daunien; von Norden kam die von Livius erwähnte Küstenstraße die Adria entlang, aus Histonium, dem heutigen Vasto.

Tipp der Redaktion

Bevor Sie zum Areal hinaufgehen, schauen Sie sich die Hügel ringsum an, denn Larinos Geschichte beginnt lange vor den Römern. 1974 begann eine Mission der Universität Sheffield unter Graeme Barker mit der Prospektion des Biferno-Tals und erfasste rund 120 antike Siedlungen, vom Neolithikum bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. Die umfangreichste liegt auf dem Monte Maulo, einer Hochfläche auf etwa 350 m unterhalb von Larino, 1978 untersucht: Von dort stammen 146 verkohlte Samen, vor allem Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte, Knochen vor Ort geschlachteter Tiere und Tausende Keramikscherben. Radiokarbondaten aus einem Labor in Oxford weisen in die zweite Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr.: Bauern und Hirten waren längst da.

Larino entdecken

Die ganze Gemeinde: Guide, Orte, Küche und Veranstaltungen.