⛪ Kirchen und Heiligtümer

Duomo di Larino

📍 Larino, Molise · 59/100

Eine Steinplatte am Eingangsportal nennt das genaue Weihedatum: 30. Juli 1319. Für eine mittelalterliche Kirche im Molise ist das selten präzise, und es ist der Schlüssel zum Bau, denn damit war die Arbeit nicht beendet. Die Stilunterschiede, die man drinnen von Joch zu Joch bemerkt, gehen auf Wechsel in der Bauleitung zwischen dem Ende des 13. und den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts zurück, als verschiedene Werkstätten einander ablösten.

Das Patrozinium ist doppelt: Santa Maria Assunta und der heilige Pardus, Patron der Stadt. Sein Kult ist älter als der Bau: 1081 erwähnt eine Schenkungsurkunde eines gewissen Luffrido, Priester in Larino, bereits eine ihm geweihte Kirche, damals außerhalb der Siedlung. 1928 erhob Papst Pius XI. den Dom zur Basilica minor; heute ist er Konkathedrale des Bistums Termoli-Larino.

Sehenswertes

An Wänden und Pfeilern haben sich Fresken des 14. Jahrhunderts mit Heiligenfiguren erhalten und, links vom Eingang im Inneren, eine 1537 hinzugefügte Verkündigung. Der Glockenturm stammt aus dem 16. Jahrhundert, sein Unterbau ist älter: Meister Giovanni di Casalbore aus Avellino errichtete ihn 1451. Aus dem 16. Jahrhundert stammen auch viele Altäre, von Privatleuten in einer Zeit großer künstlerischer Betriebsamkeit gestiftet; die Reliquien des heiligen Pardus waren schon im Jahrhundert davor in einem Altar des rechten Seitenschiffs untergebracht worden.

Der Besuch

Was man heute sieht, ist das Ergebnis zweier gegenläufiger Entscheidungen. Im Barock wurde der Fußboden angehoben, neben dem Portal öffnete man zwei Fenster, der offene Dachstuhl wich einer Kassettendecke, und der Chor wurde erhöht und mit Altar und Bischofskathedra aus buntem Marmor von neapolitanischen Handwerkern ausgestattet. Im 19. Jahrhundert ging Bischof Francesco Giampaolo dann den umgekehrten Weg: Er entdeckte das Mittelalter wieder, ersetzte die Fenster durch Spitzbogenformen, verlängerte die Seitenschiffe zum Chor hin, ließ Arkaden und Kapitelle im Stil des 14. Jahrhunderts fassen und übertrug Ludovico Palladino die neugotischen Deckenbilder. Dazwischen war das 17. Jahrhundert eine Zeit der Armut: Die Pest von 1656 warf die Stadt zurück, und die damals von Bischof Catalani gestiftete Pardus-Statue wurde später gestohlen. Der Turm, den man sieht, ist ein Wiederaufbau: 1943 zerstörte ihn ein Blitz.

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