Wer auf dem Platz nach Türmen und Zinnen sucht, tut sich schwer: Die Burg von Limosano ist in das Gefüge des alten Ortskerns eingewachsen, an die Häuser gedrängt, die um sie herum entstanden sind, und zu erkennen ist sie vor allem am rundbogigen Portal, das zum Hof führt. Gebaut wurde sie aus kleinformatigen Steinen, denselben, mit denen die Gassen der Altstadt gepflastert sind: Wer zu Fuß hinaufsteigt, geht bereits über das Material der Festung.
Sehenswertes
Vermutlich steht die Anlage auf einer älteren langobardischen Befestigung; ihre heutige Gestalt geht auf das 13. Jahrhundert zurück oder zumindest auf die Jahre, in denen die nahe Kirche San Francesco entstand, 1312 von den Anjou veranlasst. Drei Geschosse erheben sich unmittelbar auf dem Fels des Hügels, ohne künstliches Fundament. Kern des Baus ist der quadratische Hof mit zwei gegenüberliegenden Treppen: Die linke führt in die oberen Etagen, wo aus der Wehranlage der Palast der Marchesi wurde, also ein Wohnsitz. Ein zweiter Zugang gegenüber dem Hauptportal blickt auf die kleine Kirche Santo Stefano am höchsten Punkt des Ortes.
Tipp der Redaktion
Die Burg erschließt sich besser, wenn man die Reihe ihrer Besitzer kennt, denn jeder Wechsel hinterließ Umbauten. Nach den Normannen wanderte das Lehen häufig weiter: 1417 wurde es an den Grafen von Campobasso verkauft, dann an die Pandone, dann an die Di Capua; 1715 kam es unter den Hammer und ging an die Marchesi von Pietracatella, die es um 1806 an die Familie Venere abtraten, als Bonaparte das Lehnswesen abschaffte. Von da an erzählt der Ort vor allem von Auswanderung, nach Ontario und in die Vereinigten Staaten. Am besten umrundet man den Bau von unten, durch das spätrenaissancezeitliche Viertel zu Füßen des Palastes: Von dort sieht man, wie stark die Festung den Verlauf der Gassen bestimmt hat.
