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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria della Strada

📍 Matrice, Molise · 49/100

In den kleinen Brunnen neben der Kirche ist der Name Roberto Avalerios eingemeißelt, des Herrn von Matrice zur Zeit der Weihe: Weithin gilt er als derjenige, der den Grund für die Gründung der Benediktinerabtei stiftete. Es ist einer der wenigen festen Anhaltspunkte in einer Geschichte, die vor allem aus Vermutungen besteht.

Die Weihe erfolgte 1148 durch Pietro, den Erzbischof von Benevent, im Beisein der Bischöfe von Vulturara, Civitate und Boiano. Davor tappt man im Dunkeln: Ein castrum von Santa Maria della Strada erscheint in einer auf 1039 datierten Pergamenturkunde über die Grenzen von Montagano, doch die Schrift stammt frühestens anderthalb Jahrhunderte später, und es bleibt offen, ob es sich um die Abschrift eines verlorenen Originals oder um eine Fälschung handelt. Der Name eines Abtes, Landolfo, war Mitte des 19. Jahrhunderts noch im Kirchenboden zu lesen; ein weiterer, Nazzario, tritt 1176 als Schlichter eines Streits auf. Die Mönche genossen eine ungewöhnliche Freiheit: Als Aftervasallen des Herrn von Matrice hatten sie die Gerichtsbarkeit über das Dorf, blieben aber von den Lehnspflichten befreit – ein Gleichgewicht, das die Herren von Lupara mehrfach gewaltsam zu brechen versuchten.

Sehenswertes

Die Kirche gilt als eine der bedeutendsten Leistungen der Romanik im Molise, und der Grund dafür liegt vor allem außen: Die Außenwände tragen ein vielschichtiges Bildprogramm, über das sich die Forschung bis heute nicht einig ist. Auch der Name gibt Rätsel auf. Sancta Maria de Strata – welche Straße? Das Gebäude liegt heute an keiner wichtigen Verbindung; vermutet wurden ein Arm des Triftwegs von Matrice nach Petrella Tifernina, der in den Tratturo Celano-Foggia mündet, oder eine römische Querverbindung zwischen samnitischem Binnenland und Küste; oder schlicht die Madonna Odigitria, die dem Wanderer den Weg weist.

Tipp der Redaktion

Suchen Sie nicht nach dem Dorf: Die Bauernsiedlung, die rings um die Abtei gewachsen war, löste sich auf, vielleicht nach dem Erdbeben von 1456, und übrig blieb die Kirche allein in den Feldern nördlich von Matrice, 1703 von Erzbischof Vincenzo Maria Orsini restauriert und neu geweiht. Kommen Sie bei tief stehender Sonne: Dann treten die Reliefs an den Außenmauern am deutlichsten hervor.

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