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🏰 Burgen und Schlösser

Torre di Petacciato

📍 Petacciato, Molise · 46/100

1777 gab bei einem Erdrutsch das Fundament des Turms von Petacciato nach: Der Bau riss mittendurch, die Gewölbe stürzten ein, und der zum Strand gewandte Stumpf sackte zwei Meter ab und verschob sich vier Meter nach Nordosten. So steht er bis heute, aufgebrochen und im Schnitt lesbar, wenige Meter vom Ufer an der Küstenstraße SS16.

Errichtet wurde er 1568, erfasst in der Zählung von 1594; nach Gambacorta war er der fünfundzwanzigste und letzte Sarazenenturm der Capitanata im Küstensystem des Vizekönigreichs Neapel. Er stand in Sichtverbindung mit den Türmen von Montebello, am Trigno und am Sinarca. Die Probleme begannen allerdings sofort, denn der Baugrund rutscht an diesem Küstenabschnitt von selbst.

Sehenswertes

Das Vorbild war der übliche vizekönigliche Typ: quadratischer Grundriss von 11 Metern Seitenlänge, ein geböschter Baukörper in Form eines Pyramidenstumpfs von 12 Metern Höhe, gemischtes Mauerwerk, zwei Ebenen. Im Erdgeschoss lagen die Stallungen, erreichbar über einen Steg; im ersten Stock die Unterkunft mit Fenstern, einem Kamin und einer Treppe hinauf zur Wehrterrasse, wo das Wachhäuschen hinter einer Zinnenbrüstung stand, getragen von vier schweren Kragsteinen je Seite. Die Ruine zeigt all das seltsamerweise besser als ein unversehrter Bau: Der Riss der Rutschung legt die Innenräume frei wie einen gezeichneten Schnitt.

Tipp der Redaktion

Achten Sie darauf, woher der Turm gekommen ist, nicht nur, wo er gelandet ist. Der Versatz zwischen den beiden Hälften dokumentiert die Hangbewegung besser als jede Tafel und erklärt, warum ihn hier, sieben Meter vom Wasser entfernt, nie jemand wieder aufrichten konnte.

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