Die Kirche Santa Maria delle Grazie, die in Ovada alle San Domenico nennen, wurde 1481 vom Dominikanerpater Giovanni Cagnasso da Taggia zusammen mit dem dahinterliegenden Kloster gegründet; die Tafel über dem Portal trägt die Jahreszahl 1508, vielleicht das Jahr, in dem die Arbeiten endeten.
Sehenswertes
Die Giebelfassade ist denkbar schlicht: ein großes halbrundes Fenster und über dem Portal eine Lünette mit einem Fresko der Muttergottes und zweier dominikanischer Heiliger. Innen ein lateinisches Kreuz, drei Schiffe zu je vier Jochen, Tonnengewölbe in der Mitte und Kreuzgewölbe an den Seiten, auf einer Länge von 45 Metern; das Presbyterium wirkt gotisierend und birgt einen barocken Altar, der von weit her kam, nämlich aus der genuesischen Kirche Santa Maria di Castello, hier samt Balustrade 1690 aufgestellt.
Der Besuch
Es lohnt sich, die Joche abzuschreiten und die Altäre einzeln anzusehen. Rechts ein Sant'Omobono des siebzehnten Jahrhunderts von einem unbekannten Genueser und das Altarbild des San Vincenzo Ferreri, dessen buntmarmorner Altar das Wappen Genuas trägt, weil er der Hochaltar der alten Pfarrkirche von Ovada war. Links, im zweiten Joch, der Altar des heiligen Hyazinth, des dominikanischen Stadtpatrons: Unten ist Ovada selbst gemalt, mit der Inschrift protector uvadae. Im linken Querarm steht das Kenotaph der heiligen Kolumba, deren Gebeine im neunzehnten Jahrhundert aus den römischen Katakomben geholt wurden.
Tipp der Redaktion
Erwarten Sie keine unversehrte Kirche. Zwischen 1797 und 1815 machte die napoleonische Besatzung erst eine Kaserne, dann ein Lager daraus, und die Wiederweihe nach dem Wiener Kongress fand in einem bereits seiner ursprünglichen Altäre beraubten Bau statt; am 26. November 1986 beschädigte ein Brand schwer, was noch übrig war, darunter das Chorgestühl des neunzehnten Jahrhunderts. Das überraschendste Stück liegt draußen: Der romanische Kreuzgang mit zugemauerten Arkaden beherbergt heute Schulräume.
