Die Kirche der Heiligen Ursula und Elisabeth entstand in Sommariva del Bosco zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts im Barockstil und war der heiligen Ursula und der heiligen Elisabeth von Ungarn geweiht. Über ihren Bau und über den der Bruderschaft, der Orsole genannt, zu der sie gehörte, ist historisch wenig bekannt: Sie gehört zu jenen Kirchen, die man besser kennenlernt, indem man sie ansieht, als indem man über sie liest.
Sehenswertes
Außen erkennt man ein verwickeltes Spiel waagrechter und senkrechter Ebenen, die sich kreuzen und eine Menge rechteckiger Formen erzeugen. Oben blieben Nischen leer, überhöht von kleinen Dreiecksgiebeln, dazu ein rundbogiges Fenster mit halbmondförmigem Giebel zwischen Scheinhalbsäulen; unten der bogenförmige Eingang, überhöht von einem Bild mit der heiligen Ursula und der heiligen Angela Merici, gerahmt von Paaren von Scheinhalbsäulen mit Kapitellen ionischer Prägung.
Der Besuch
Man tritt durch ein geschnitztes Holzportal und steigt zwei Stufen hinab. Innen wird der Höhenzug durch die an die Wände gestellten Pfeiler betont, die den Blick bis dorthin führen, wo das Gebälk auf die Rundungen der Decke trifft. Der Schmuck ist ganz geometrisch: Kassetten mit Rosetten, Mäander, blaue Amphoren mit vergoldeten Girlanden, Scheinmarmor an den Bögen, die das Gewölbe in drei Teile gliedern, jeder mit Fresken. Eine kleine Steintreppe führt zur hölzernen Kanzel und zu einem Raum über der Sakristei.
Tipp der Redaktion
Jener Raum über der Sakristei sagt am meisten. Er war der Versammlungsort der Frauen und Mädchen, die der Bruderschaft angehörten: ein eigener Raum, in einer Kirche, für eine dörfliche Frauenvereinigung des siebzehnten Jahrhunderts. Es lohnt sich zu fragen, wer dort hinaufstieg und worüber gesprochen wurde. Heute ist die Kirche entweiht und beherbergt regelmäßig Kunstausstellungen; an jedem dritten Sonntag im Mai findet hier Rosa Rosae statt, ein Wettbewerb der Rosen aus den Gärten des Ortes, bei dem die schönste Rose dem jüngsten Einwohner von Sommariva und das eleganteste Gesteck dem ältesten geschenkt wird.
