San Giovanni Battista ist die Pfarrkirche von Racconigi und gilt als Dom der Stadt; sie liegt am gleichnamigen Platz. Die erste Kirche an dieser Stelle stammt aus dem dreizehnten Jahrhundert und diente als Pieve. Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts, als die Bevölkerung sprunghaft gewachsen war, wurde sie zu klein: Auf Betreiben des Pfarrers G. M. Cambiano beschloss man den Neubau von Grund auf, und der Entwurf ging an Francesco Gallo aus Mondovì, der bereits etliche Kirchen im Cuneesischen gezeichnet hatte.
Sehenswertes
Das Vorhaben war groß angelegt und verlangte viel Geld. Trotz des Einsatzes der Pfarrangehörigen konnte das Werk erst dank des Vermächtnisses des Edelmanns Angelo Spada beginnen, der 1500 Lire jener Zeit stiftete und dafür das Vorrecht erhielt, in der neuen Kirche bestattet zu werden. Der Bau dauerte elf Jahre, von 1719 bis 1730, und die feierliche Weihe erfolgte 1770 durch Monsignore Pochettino, Bischof von Ivrea und gebürtiger Racconigeser.
Der Besuch
Der Grundriss ist rechteckig, neigt aber zum griechischen Kreuz; die tiefe Apsis erzeugt jedoch den Eindruck eines umgekehrten lateinischen Kreuzes. Es war eine Lösung aus der Not: Der enge Platz musste mit dem Wunsch nach einem monumentalen Bau vereinbart werden, und tatsächlich musste dafür nichts abgerissen werden außer der alten Kirche und dem angrenzenden Friedhof. Das Schiff ist einheitlich, mit zwei größeren Kapellen auf Höhe des Querhauses und vier kleineren.
Tipp der Redaktion
Hineingehen und nach oben schauen: Das von Bögen verstärkte Tonnengewölbe gipfelt in einer achteckigen Kuppel, die mehr als dreißig Meter über dem Boden liegt. Die spätbarocke Wirkung beruht ganz auf Licht und auf gemalter Scheinarchitektur; Dekor und Fresken stammen von Pietro Antonio Pozzo, 1759, und von den Brüdern Barelli aus Bra.
