⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Sebastiano

📍 Sommariva del Bosco, Piemont · 44/100

Die Kirche San Sebastiano steht an der Via Vittorio Emanuele, an der Ecke des Platzes, den die Leute demselben Heiligen widmen, und sie ist eine der kleinsten Kirchen von Sommariva del Bosco, aber auch eine der gelungensten. Erbaut wurde sie in den ersten Jahren des achtzehnten Jahrhunderts, fast sicher auf den Resten eines Pfeilers, der während der Pest von 1630 errichtet worden war. Die Geschlossenheit des Stils, eines inzwischen reifen Barock, ist so groß, dass man sie dem Architekten Francesco Gallo aus Dogliani zuschreibt, auch wenn kein Dokument das bestätigt.

Sehenswertes

Außen heben Lisenen, Gesimse und der Sichtziegel die Baukörper hervor, und alles läuft auf die Laterne zu, die die Kuppel abschließt: Sie ist der Brennpunkt des Baus. Der Glockenturm daneben ist kräftig, doch durch den abgewogenen Wechsel gerader und geschwungener Linien erleichtert; zusammen wirken Kirche und Turm wie ein Bollwerk zum Schutz des südlichen Ortseingangs. Beachten Sie auch das Hauptportal aus Holz, mit geometrischen und floralen Motiven geschnitzt.

Der Besuch

Drinnen fällt das Licht auf: Zwischen den Bögen, die die Kuppel tragen, öffnen sich breite Fenster. Es gibt ein einziges Schiff mit kräftigen Pfeilern, die Lisenen und korinthische Kapitelle mildern, und die gemalte Ausstattung steht absichtlich im Gegensatz zur Nüchternheit des Äußeren, wie es der barocke Geschmack verlangte. Das schönste Stück ist die hölzerne Kanzel, die auf ihrer Front die Jahreszahl 1608 trägt und aus einer anderen Kirche hierherkam. Am Pfeiler links vom Altar hängt ein Guter Hirte, Ende des neunzehnten Jahrhunderts von Luigi Morgari gemalt, und in der Apsis ein großes Bild mit dem Martyrium des heiligen Sebastian, der Jungfrau und dem heiligen Rochus, dem Einheimischen Giovanni Maria Borri zugeschrieben.

Tipp der Redaktion

Dies ist nicht die Kirche des Ortes, sondern die eines Viertels: des cantone San Sebastiano, eines der vier, in die die Altstadt geteilt ist und die im siebzehnten Jahrhundert darum wetteiferten, wer größer baute. Das Viertel lebt noch: An seinem Festtag richten die Bewohner einen Tag mit Unterhaltung aus und zünden am Abend ein großes Feuer an, um den Winter zu verabschieden. Der Überlieferung nach springen die jungen Leute des Viertels, wenn das Feuer erloschen ist, über die noch heiße Asche, um ihren Mut zu beweisen.

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