⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario della Beata Vergine Maria di San Giovanni

📍 Sommariva del Bosco, Piemont · 50/100

Die Wallfahrtskirche der Seligen Jungfrau Maria von San Giovanni steht im flachen Teil von Sommariva del Bosco, an der Spitze eines langen städtebaulichen Sporns, der aus dem Ort hinausläuft und einst auf das offene Land Richtung Racconigi blickte. Sie entstand um einen Votivpfeiler: Der Überlieferung nach geschah dort eine Erscheinung Mariens, und die Kirche wurde so errichtet, dass sie den Pfeiler und die halbrunde Apsis einer älteren Kapelle einschloss.

Sehenswertes

Der Bau hat einen ellipsoiden Grundriss, und das fällt zuerst auf: eine Monumentalität, die wenige Schmuckelemente leicht machen, ganz nach oben gerichtet. Innen ruht das Gewölbe auf großen Rundsäulen über quadratischen Basen, und das Ganze vereint Marmor, Stuck, Blattgold, Skulptur und Fresken. Die Seitenwände gliedern Kapellen, dem Erzengel Michael und dem heiligen Antonius Abbas geweiht, mit zwei Gemälden Opertis; in einer Nische steht die Statue der thronenden Madonna. Der Entwurf stammt von Michelangelo Garove, einem der bekanntesten Architekten seiner Zeit, und die Fassade mit Säulen, Kapitellen und vorgelegten Lisenen wiederholt außen die Art des Inneren.

Der Besuch

In der Apsis hängt das Fresko, für das all dies gebaut wurde: eine Madonna aus dem letzten Viertel des vierzehnten Jahrhunderts, sitzend, das Kind ausgestreckt im Schoß, die Rechte schützend darüber, die Linke ein Gebetbuch hebend. Der Legende nach stehen in jenem Buch die Namen aller Einwohner von Sommariva. Die Schönheit des Bildes ist heute durch eine spätere Zutat gemindert: zwei Engel, die eine Krone über das Haupt der Madonna halten, wohl zu ihrer Ehre angebracht, die aber auf der Schlichtheit des Originals lasten.

Tipp der Redaktion

Die Geschichte, die alles zusammenhält, ist die eines Blinden. An einem Sonntag im Mai 1685, gegen vier Uhr nachmittags, hielt er vor dem Bild zum Gebet inne und gewann, so die Legende, das Augenlicht zurück. Es war der 6. Mai, und seither ist das das Fest von Sommariva. Nach dem Wunder beschloss die Gemeinschaft den Bau der Wallfahrtskirche, ein Unterfangen, das große Opfer kostete, vor allem beim Herbeischaffen des Materials und beim Auftreiben des Geldes. Beim Eintreten sollte man bedenken, dass dieses große und reiche Haus von einem Landstädtchen bezahlt wurde und dass in seiner Mitte ein Fresko auf einer Wand steht, die schon da war.

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