⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario reale votivo Madonna delle Grazie

📍 Racconigi, Piemont · 50/100

Die Wallfahrtskirche liegt in der Via Regina Margherita, mitten im Arbeiterviertel Borgo Macra. Am Anfang steht eine genaue Erzählung: Am Nachmittag des 16. Juli 1493 soll an den Ufern des Macra einem taubstummen Hirten namens Giò Antonio Chiavassa die Jungfrau erschienen sein. Der junge Mann soll an Gehör und Sprache geheilt worden sein; er ging in die Stadt, um die Nachricht zu überbringen, und die Honoratioren ließen jene Ikone auf Nussbaumholz malen, die das Heiligtum noch bewahrt.

Sehenswertes

Die Verehrung wuchs rasch, und schon 1494 errichteten die Karmeliterpatres am Ort der Erscheinung ein Kloster; es wurde aufgehoben und 1802 während der napoleonischen Besatzung in einen Bauernhof verwandelt. Die genaue Stelle ist noch erkennbar: An der Westseite des ehemaligen Klosters hat sich ein Gemälde erhalten, das den Vorgang schildert.

Der Besuch

Die Geschichte des Heiligtums führt über drei feierliche Gelübde, die die Gemeinde ablegte, um von ebenso vielen Plagen befreit zu werden. Das erste, von 1742, galt der Viehseuche, und zur Erinnerung blieb ein ovales Bild rechts vom Altar. Das zweite galt der Dürre, die Racconigi im Sommer 1753 mehr als zwei Monate ohne Regen ließ. Das dritte, von 1835, richtete sich gegen die Cholera, die täglich Opfer forderte.

Tipp der Redaktion

Es hilft zu wissen, dass das Heiligtum später kam, nicht früher: Die Selige Jungfrau der Gnaden wurde in der kleinen Kirche San Michele und der Madonna della Neve verehrt, und es waren eben jene drei Ereignisse, von der Bevölkerung als Wunder verstanden, die die Verehrung über Racconigi hinaustrugen und einen größeren Bau nötig machten. Die Kirche, die man besucht, ist die Folge einer Geschichte, nicht ihr Anfang.

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