⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria Maggiore

📍 Racconigi, Piemont · 44/100

Santa Maria Maggiore entstand zwischen dem zwölften und dem dreizehnten Jahrhundert dort, wo sie noch steht, und war die erste Pfarrkirche innerhalb der Mauern von Racconigi. Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts war die Bevölkerung ihr entwachsen, und in offener Rivalität zur nahen San Giovanni, die ebenfalls neu gebaut wurde, übergaben die Pfarrangehörigen den Umbau dem Architekten Carlo Antonio Castelli.

Sehenswertes

Castelli zeichnete Entwurf um Entwurf und änderte sie nach den Bedürfnissen der Stadt und vor allem nach den knappen Mitteln; die endgültige Fassung ging Filippo Juvarra durch die Hände, der einige leichte Änderungen vorschlug. Die Baustelle wurde 1725 eröffnet, 1727 war die Kirche fertig, doch die feierliche Weihe kam erst 1777. Der Grundriss ist rechteckig, ein einziges Schiff mit acht Seitenkapellen und einer tiefen runden Apsis; das Licht fällt von oben durch die Wände, aus der Apsis und vom Fuß der Kuppel.

Der Besuch

Das Tonnengewölbe gliedern große freskierte Medaillons in Stuckrahmen, und zu Stuck und Vergoldung treten die Fresken von Paolo Emilio Morgari. Die acht Kapellen, vier je Seite, bergen keine Meisterwerke, mit einer Ausnahme: die 1704 vom Veroneser Sante Prunati gemalten Armen Seelen im Fegefeuer, in der Suffragio-Kapelle. Bemerkenswert sind dafür die Marmorrahmen um alle Bilder und die Sakristei mit Stuck, Holzausstattung und Gemälden, die teils aus der 1820 abgerissenen mittelalterlichen Kirche der Serviten stammen.

Tipp der Redaktion

Nahe dem Eingang steht links eine hölzerne Theke des achtzehnten Jahrhunderts, die man in Racconigi Panchino delle Anime nennt: Die Compagnia del Suffragio sammelte damit Einschreibungen und Beiträge. Es ist ein Möbel, kein Kunstwerk, und gerade darum zeigt es, wie eine Stadtpfarrei wirklich funktionierte.

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