Der Turm ist ein weltlicher Bau auf achteckigem Grundriss, ursprünglich Teil des befestigten Rings des Borgo Nuovo aus dem vierzehnten Jahrhundert, und steht in der Altstadt von Avigliana. Sein mittelalterlicher Charakter ist deutlich: Arkaden, Kapitelle und eine Loggia.
Sehenswertes
Der Name gehört ihm aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Er stammt von einem nahen Turm, 1330 errichtet, der das Rathaus beherbergte und mit ihm die erste öffentliche Uhr des Piemont, die zweite Italiens nach jener von Sant'Eustorgio in Mailand. Jener Turm wurde vermutlich 1691 von Catinats Franzosen zerstört und gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts ganz abgetragen; die Uhr ging mit ihm, und der Name blieb an dem achteckigen Bau hängen, den man heute sieht.
Der Besuch
Man betrachtet ihn von außen, in wenigen Minuten, und er ist eine selbstverständliche Station beim Gang durch die Altstadt: Er steht im Gefüge des Borgo Nuovo, zwischen den Häusern und den erhaltenen mittelalterlichen Toren. Die achteckige Form macht ihn von Weitem kenntlich und ist der Grund, warum er in den Übersichten der piemontesischen Architektur des Mittelalters auftaucht.
Tipp der Redaktion
Wer im Borgo Medievale von Turin war, hat ihn schon gesehen, ohne es zu wissen: Dort steht eine getreue Nachbildung, entstanden in einer Zeit, als man die echten Bauten des Piemont kopierte, um sie im Valentino neu in Szene zu setzen. Der Vergleich von Original und Kopie gelingt in Avigliana besser, denn hier steht der Turm noch dort, wofür er gedacht war.
