Die Kirche steht mitten im gleichnamigen Ortsteil. Der Überlieferung nach gründete sie zwischen dem neunten und dem zehnten Jahrhundert Giuseppe Birillo aus Novalesa, nachdem die Sarazenen seine Abtei zerstört hatten, über einem älteren heidnischen Tempel. Der älteste noch stehende Teil sind die beiden Apsiden, vom Ende des zehnten und Beginn des elften Jahrhunderts; Glockenturm und Erweiterung zur Pfarrkirche folgen ein Jahrhundert später.
Sehenswertes
Die Anlage ist romanisch, dreischiffig, mit gotischem Dekor, das im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert hinzukam. Die erste Kapelle links stammt aus der Zeit kurz nach der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts, die zweite, als Magdalenenkapelle bekannt, aus der zweiten Hälfte des fünfzehnten, und der Fassadenaufsatz war bis 1450 fertig. Im Inneren finden sich Fresken aus vier Jahrhunderten: der heilige Jakobus mit der Jungfrau und weiteren Heiligen, der heilige Andreas vor dem Kreuz, der heilige Jakobus beim Einzug in eine Turmstadt, ein Fragment des Wunderbaren Fischzugs und an der linken Wand des Mittelschiffs der Rest einer Schutzmantelmadonna.
Der Besuch
Das überraschende Stück steht in der hinteren Kapelle des Seitenschiffs: ein Gemälde von 1480, in dem man, der Überlieferung nach und mit guten Gründen, die Burg von Avigliana erkennt. Es entstand, als die Burg noch stand, zwei Jahrhunderte bevor die Franzosen sie sprengten.
Tipp der Redaktion
Zur Kirche steigt man heute über eine Treppe aus Ziegel und Stein, 1842 errichtet, um ihr einen wirkungsvollen Auftritt zu geben: Früher betrat man sie von der Via San Pietro her, auf der Seite des alten Brunnens. Es lohnt sich, um den Bau herumzugehen und ihn auch von dort zu betrachten, denn die Flanke erzählt die Bauphasen besser als die Front. Die Spitze des Glockenturms dagegen ist aus dem neunzehnten Jahrhundert: Sie wurde zwischen 1868 und 1869 wiederaufgebaut, nachdem ein Blitz sie zum Einsturz gebracht hatte.
