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⛪ Kirchen und Heiligtümer

santuario della Madonna dei Laghi

📍 Avigliana, Piemont · 48/100

Die Wallfahrtskirche steht am Ufer eines der beiden Seen, daher ihr Name. Die Arbeiten begannen im November 1622 auf Wunsch von Herzog Karl Emanuel I.: Mit dem Bau wurden Bartolomeo und Bino Lumaga betraut, nach einem Entwurf von Nicola Ramelli, damals herzoglicher Architekt; die Kuppel stammt von 1638 und ist ein Werk Antonio Rollas. Die Handwerker waren dieselben, die an Santa Maria al Monte dei Cappuccini in Turin arbeiteten, und die äußere Ähnlichkeit der beiden Bauten fällt auf.

Sehenswertes

Man betritt sie durch eine kleine Vorhalle auf zwei Säulen mit korinthischen Kapitellen. Innen stammt fast alles aus der Freigebigkeit des Hauses Savoyen. Auf dem Altar steht eine große Tafel, Defendente Ferrari zugeschrieben, bereits 1584 erwähnt und von Herzog Karl Emanuel I. geschenkt, der sie in seiner Privatsammlung hielt: eine Verkündigung, mit dem heiligen Rochus und dem heiligen Sebastian auf den Seitentafeln und weiteren Szenen aus dem Leben Mariens in der Predella. Dazu kommt eine Kopie der Pilgermadonna Caravaggios, datierbar auf die allerersten Jahre nach dem Original von 1604, als Kardinal Moritz von Savoyen in Rom lebte; der große Heilige Michael, der Luzifer besiegt, von Antonio Maria Viani; und ein Heiliger Mauritius von Guido Reni. Die letzten beiden waren Geschenke eben jenes savoyischen Kardinals.

Der Besuch

Das älteste Stück ist kein Gemälde, sondern ein Fresko: die Marienikone auf einem mittelalterlichen Pfeiler, wohl aus dem vierzehnten Jahrhundert, die manche mit der Hand Giacomo Jaquerios verbinden, der damals in Sant'Antonio di Ranverso arbeitete. Vor diesem Bild betete der Überlieferung nach Bona von Bourbon, die Gattin Amadeus' VI., um einen männlichen Erben.

Tipp der Redaktion

Die Kirche liegt am Wasser und an der Route der Seenrunde: Man baut sie besser in den Spaziergang ein, statt sie als eigene Station zu behandeln. Und hineinzugehen lohnt auch ohne Vorwissen über Caravaggio oder Guido Reni: In einer Provinzkirche sind drei Bilder dieses Ranges in einem Raum keine Selbstverständlichkeit.

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