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⛪ Kirchen und Heiligtümer

abbazia di Sant'Antonio di Ranverso

📍 Buttigliera Alta, Piemont · 60/100

Die Präzeptorei Sant'Antonio di Ranverso wurde vom Hospitalorden des heiligen Antonius von Vienne am Eingang des Susatals gegründet, in den letzten Jahren des zwölften Jahrhunderts, auf Wunsch des Grafen Humbert III. von Savoyen. Der Name verbindet das Patrozinium des heiligen Antonius Abbas mit dem Flurnamen rivus inversus, einem Kanal nördlich der nahen Moränenhügel. Die Schenkung des Grundes an die Chorherren ist 1188 bezeugt: Sie sollten daraus eine Herberge für Pilger und zugleich ein Haus für die vom Antoniusfeuer Befallenen machen.

Sehenswertes

Die Kirche ist spätgotisch mit französischem Einschlag und an den drei Wimpergen über den Portalen zu erkennen, geschmückt mit Terrakottaplatten und von Fialen bekrönt. An der linken Flanke, doch ganz im Baukörper der Kirche eingeschlossen, steigt der Glockenturm auf, mit drei Geschossen zweibogiger Fenster, vier Fialen und einer achteckigen Spitze des vierzehnten Jahrhunderts. Vom Hospital blieb nur die Fassade des fünfzehnten Jahrhunderts mit ihrem Terrakottawimperg. Innen gliedern Bündelpfeiler, im Wechsel mit weiten Kapellen unter spitzbogigen Kreuzgewölben, das Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe.

Der Besuch

Die Fresken sind der Hauptgrund herzukommen: Giacomo Jaquerio malte sie im zweiten Jahrzehnt des fünfzehnten Jahrhunderts, und sie gelten als eines der Meisterwerke der piemontesischen Spätgotik. Da sind die Geschichte des heiligen Blasius, die thronende Madonna zwischen Heiligen, die Geburt Christi, die Geschichten des heiligen Antonius Abbas; und in der Sakristei ein signierter Zyklus zum Leben Christi, mit einer Verkündigung, den Heiligen Petrus und Paulus, dem Ölberg, den Evangelisten auf den Gewölbekappen und, in der Lünette, dem berühmten Gang nach Golgatha. In der Apsis steht zudem ein Polyptychon Defendente Ferraris von 1531, als Votivgabe des nahen Moncalieri während der Pest jenes Jahres gestiftet.

Tipp der Redaktion

Dieser Ort steht hier aus einem praktischen Grund: Er war eine Station der Via Francigena, auf beiden Wegen, die vom Mont Cenis und vom Montgenèvre herabkamen, ehe sie Rivoli und Turin erreichten. Wer krank ankam, fand Pflege, und in der großen Pest des vierzehnten Jahrhunderts isolierte das Hospital die Angesteckten und behandelte ihre Wunden mit Schweinefett: Deshalb wird der heilige Antonius Abbas stets mit einem Schwein an der Seite gemalt. Behalten Sie das im Sinn, wenn Sie die Geschichten des Heiligen an den Wänden betrachten. Nach der Aufhebung des Ordens wies Papst Pius VI. 1776 alles dem Mauritiusorden zu, dem es bis heute gehört; seit 1883 ist die Anlage Nationaldenkmal.

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