🏰 Burgen und Schlösser

castello di Avigliana

📍 Avigliana, Piemont · 52/100

Die Burg steht auf dem Gipfel des Monte Pezzulano, auf 467 Metern, direkt über der Altstadt: Von der Piazza Conte Rosso führt ein kurzer Pfad hinauf. Sie gehört zu den ältesten des Piemont, denn der Überlieferung nach ließ sie 924 Arduino il Glabro, Markgraf von Turin, errichten, und jahrhundertelang war sie das letzte Bollwerk vor Turin für alle, die aus Frankreich kamen. Eine Chronik aus der Mitte des elften Jahrhunderts hält fest, dass Markgraf Arduin V. hier dauerhaft wohnte.

Sehenswertes

Geblieben sind Ruinen, und man sollte wissen, warum sie zählten. Die Burg war einer der bevorzugten Sitze der Grafen von Savoyen: Hier wurde 1136 Humbert III. geboren, Sohn Amadeus' III., und 1360 Amadeus VII., der Rote Graf; hier saß auch Philipp II. von Savoyen-Achaia gefangen, der im See unterhalb des Hügels ertrank, und hier kam Bona von Savoyen zur Welt, die spätere Gattin Galeazzo Maria Sforzas. Friedrich Barbarossa zerstörte sie samt den Dörfern Ferronia und Pagliarino, Thomas I. von Savoyen baute sie wieder auf. Nach dem fünfzehnten Jahrhundert, als der Glanz des Hofes vorüber war, blieb sie eine Talfestung: Der letzte Wiederaufbau stammt von Amedeo di Castellamonte, und im Mai 1691 sprengten die französischen Truppen des Marschalls Catinat sie mit Minen. Errichtet wurde sie nicht mehr, denn die Verteidigung des Tals hatte sich inzwischen auf die neuen savoyischen Forts verlagert.

Der Besuch

Der Pfad vom Zentrum ist kurz, aber steil und verlangt festes Schuhwerk. Man kommt nicht der Architektur wegen, die auf Mauern und Fundamente geschrumpft ist, sondern des Ausblicks wegen: Von oben sieht man den Lago Grande, den Moränenhügel von Rivoli und, auf dem Kamm gegenüber, die Sacra di San Michele. Es ist derselbe Blick, den die Burgvögte hatten, während sie den Taleingang bewachten.

Tipp der Redaktion

Gegen Abend hinaufgehen, wenn das Licht die Seen von der Seite trifft. Und im Hinterkopf behalten, dass um diese Ruinen eine ansehnliche Sammlung von Legenden kreist: die Kiste mit dem Sold der französischen Offiziere, vergraben im Wäldchen rechts vom Eingang, der Felsblock mit einem Pfeil, der die Richtung weisen soll, und der Geist Philipps II., der über dem Wasser schweben soll.

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