Der Castellazzo, auf piemontesisch il castlass, ist das, was von der mittelalterlichen Befestigung auf dem Moränenhügel über Caluso übrig ist. Eine Burg im vollen Sinn war er nicht, wie jene im nahen Mazzè, sondern ein militärischer Bau, errichtet, um die Straßen am Fuß des Hügels zu überwachen, die nach Ivrea und nach Vische Richtung Vercellesisches führten. Eine Urkunde von 1257 nennt ihn castellacium; ein Schriftstück vom Ende desselben Jahrhunderts spricht bereits von einem castrum.
Sehenswertes
Von der Befestigung blieb eine lange Mauer aus Ziegel und Stein, die über den Grat läuft, mit einem noch stehenden Eckpfeiler und Gras, das bis unmittelbar an das Mauerwerk heranwächst. Etwas weiter unten, im Süden, liegen die Ruinen der Kirche San Calocero, die zum selben Wehrsystem gehörte. Die Lage erklärt mehr als jede Beschreibung: Von dort oben behält man die Ebene im Auge und überwacht, wer vorbeikommt, und aus demselben Grund hatten die Römer aus Caluso ein geschlossenes Oppidum gemacht, das die Straße nach Eporedia, dem heutigen Ivrea, bewachte.
Der Besuch
1316 trat Filippo d'Acaja die Nachfolge der Biandrate im Lehen Caluso an und machte den Ort acht Jahre später zu einem Stützpunkt der Guelfenpartei im Canavese: Der castellazzo wurde so weit verstärkt, dass eine Besatzung von 200 Soldaten darin Platz fand, eigens aus Ivrea herbeigeholt. In den Kriegen zwischen Guelfen und Ghibellinen, jenen, die der Chronist des vierzehnten Jahrhunderts Pietro Azario in seinem De Bello Canepiciano schildert, war Caluso ein Stachel im Fleisch Giovannis II. Palaiologos, des Markgrafen von Montferrat, der es mehrfach mit seinen Söldnern versuchte und stets zurückgeschlagen wurde. Im Juni 1349 gelang es ihm endlich, in den Ort einzudringen und die Feste zu belagern. 1376 ging das Lehen an die Valperga di Rivara über, die sich von da an Valperga di Caluso nannten und es bis 1537 hielten, als die Spanier kamen: General Cesare Maggi trug den castellazzo ab, aus Furcht, er könne den Franzosen in die Hände fallen, und niemand hat ihn seither wieder aufgebaut.
Tipp der Redaktion
Der Hügel erreichte das zwanzigste Jahrhundert als eine von Brombeeren überwucherte Ruine. Die Gemeinde kaufte die Reste 1951 von den Mattirolo, den Erben der Spurgazzi, und jahrelang geschah nichts, bis man 1980 rodete und die Westmauer sicherte. Kommen Sie gegen Abend, wenn die tiefe Sonne die Ziegel streift und zum Leuchten bringt: Dann begreift man, wie lang diese Mauer war. Und gehen Sie den ganzen Grat ab, statt beim ersten Stück stehenzubleiben, denn die Kirche San Calocero und die Mauer liegen auf derselben Höhe und erzählen zusammen nur eines: einen militärischen Posten und die Kirche, die dazugehörte.
