🏰 Burgen und Schlösser

Palazzo Valperga di Masino

📍 Caluso, Piemont · 43/100

Der Palazzo Valperga di Masino ist der Herrensitz von Caluso und beherbergt heute zweierlei zugleich: das Rathaus und die Regionalvinothek der Weine der Provinz Turin. Die Valperga kamen 1376 hierher, als das Lehen an die Valperga di Rivara überging, die sich von da an Valperga di Caluso nannten; als Lehensträger im Auftrag der Savoyer, nachdem der Friede von Cateau-Cambrésis 1559 Caluso und Piemont dem Herzogtum zugeschlagen hatte, waren sie es, die den Park des Palastes erweiterten.

Sehenswertes

Das Gebäude zeigt sich als kompakter zweigeschossiger Baukörper, gelb verputzt, mit zwei von Loggien geöffneten Ecktürmchen, die über die Dachlinie hinausragen und dem Palast das Profil geben, an dem man ihn von weitem erkennt. Am besten sieht man ihn von unten, von dem Gitter aus, das den Park abschließt: Die Aufschüttung hebt den Bau über die Straße, und das Grün reicht fast bis zum ersten Stock hinauf. Der Park ist der Teil, der mehr Zeit verdient. Von den Valperga erweitert, ist er mit der Zeit zu einem weiten und bedeutenden botanischen Garten geworden, reich an besonderen Baumarten, und beherbergt einige Baumdenkmale.

Der Besuch

Dass Rathaus und Vinothek sich denselben Palast teilen, ist kein Zufall: In Caluso ist der Wein keine Beilage. Die Lage des Ortes am äußeren Südhang der Moräne, die das Amphitheater von Ivrea abschließt, und das Klima der Gegend kommen der Rebe entgegen, und hier entstehen der Erbaluce di Caluso und der Caluso Passito. Im Ort hat auch die staatliche Berufsschule für Landwirtschaft und Umwelt ihren Sitz, benannt nach Carlo Ubertini. Die Regionalvinothek versammelt die Weine der ganzen Provinz Turin, und der Palast der einstigen Lehensherren ist zu dem Ort geworden, an dem man sie verkostet.

Tipp der Redaktion

Treten Sie durch den Park ein und nicht durch die Rathaustür. Die Baumdenkmale sind der Grund zu bleiben: Sie sind der lebende Rest einer herrschaftlichen Entscheidung, den Hausgarten in eine botanische Sammlung zu verwandeln, und sie haben den Übergang des Palastes von der Privatresidenz zum Amtssitz überstanden. Steigen Sie danach zum Castellazzo auf dem Hügel über dem Ort hinauf: Es ist das Lehen, das die Valperga anderthalb Jahrhunderte lang hielten, und von der verfallenen Mauer aus sieht man das Dach des Palastes, in den dieselbe Familie zog, als die Festung ihren Zweck verloren hatte.

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