Malgrà ist eine Burg, die früh aufhörte, Festung zu sein, und weiter Wohnhaus blieb. Der Lehnsherr Martino di San Martino ließ sie zwischen 1333 und 1336 errichten, in der Ebene und nicht auf einer Anhöhe, mit zwei getrennten Baukörpern, die eine Ringmauer und ein runder Turm zusammenhielten, der noch heute steht. Sie blieb bis zur Mitte des siebzehnten Jahrhunderts bei den Grafen von San Martino, wechselte dann mehrfach den Besitzer und wuchs bei fast jedem Übergang.
Sehenswertes
Der Portikus mit zwei Bögen gehört dem Jahrhundert nach der Erbauung an, und aus derselben Zeit stammen die Fresken mit religiösen Motiven an den Wänden der Säle. Was man heute sieht, ist allerdings auch das Ergebnis einer Baustelle des neunzehnten Jahrhunderts: 1884 begann Alfredo d'Andrade eine gewaltige Restaurierung, die vor allem den Westflügel betraf, und 1926 führte Carlo Nigra das Werk zu Ende. Es sind die beiden Namen, die im Piemont das Mittelalter auf ihre Weise neu gebaut haben — d'Andrade ist der Mann des Borgo Medievale in Turin, das eben in jenem Jahr entstand — und Malgrà trägt ihre Handschrift ebenso wie die der San Martino: Sichtziegel, Zinnen, der Turm zurückgeführt auf das, was man für seine ursprüngliche Gestalt hielt.
Der Besuch
Die Burg gehört der Gemeinde, die sie 1982 kaufte und zu einem Ort für Ausstellungen, Konzerte und Begegnungen machte. Seit 1993 kümmert sich der Verein Amici del Castello Malgrà gemeinsam mit der Verwaltung um Öffnungen und Führungen, von Mai bis Oktober. Ringsum liegt der Park, benannt nach dem Partisanen Dante Meaglia aus Rivarolo, Träger der silbernen Tapferkeitsmedaille; der Spielplatz trägt dagegen den Namen Antico Gallo, nach dem Stadtwappen. Ende Juli, während des Patronatsfestes des heiligen Jakobus, arbeiten Schmiede im Hof vor Publikum an einer Skulptur.
Tipp der Redaktion
Suchen Sie im Grün die Spur des Tunnels. Unter der Burg und ihrem Park verlief die Bahnlinie Rivarolo-Castellamonte, 1887 eröffnet und bis 1986 in Betrieb: Um Haus und Garten nicht anzutasten, schickte man sie durch einen kurzen Tunnel. Es ist das Detail, das vom Verhältnis zwischen Ort und Burg mehr erzählt als jede Zinne, denn es sagt, dass Malgrà bei Ankunft der Eisenbahn längst etwas war, das man nicht verderben wollte.
