Die Pfarrkirche von Castellamonte hat eine ungewöhnliche Geschichte: Sie entstand innerhalb der Baustelle einer anderen Kirche. 1842 begann der Bau einer neuen, großartigen Pfarrkirche nach dem Entwurf Alessandro Antonellis, doch 1846 kamen die Arbeiten zum Stillstand, und das Gebäude wurde nie fertig.
Sehenswertes
Einige Jahrzehnte vergingen, und 1871 begann man im Bereich des Presbyteriums der unvollendeten Kirche einen weit weniger mächtigen Kultbau zu errichten, vom Architekten Luigi Formento neugotisch entworfen; 1875 war er fertig. Die gestaffelte Fassade blickt nach Nordwesten und ist mit Bogenfriesen geschmückt: Der höhere Mittelteil trägt das von einem Vorbau geschützte Portal und die Fensterrose, dazu zwei kräftige Lisenen mit aufragenden Fialen, während jeder Seitenflügel ein Fenster und zwei weitere Fialen hat.
Der Besuch
Innen ist der Raum dreischiffig, geteilt von mächtigen Pfeilern mit Halbsäulen, die Rundbögen und die Rippen der Kreuzgewölbe tragen; am Ende das um drei Stufen erhöhte Presbyterium mit polygonaler Apsis. Zu den Werken zählen eine Keramikkrippe von Angelo Pusterla und eine Madonna mit Kind von Renzo Igne. Die Fenster mit den Heiligen Petrus und Paulus und mit Christus stammen aus den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.
Tipp der Redaktion
Der Glockenturm steht etwa siebzig Meter von der Kirche entfernt, auf quadratischem Grundriss mit romanischem Schaft, je einem einbogigen Fenster pro Seite in der Glockenstube und einer kleinen Kuppel auf dem Tambour. Diese Entfernung ist keine Laune: Sie ist das Maß der nie gebauten Kirche, und sie abzuschreiten ist der direkteste Weg zu begreifen, wie ehrgeizig Antonellis Plan war.
