Die Burg steht auf dem Hügel über Castellamonte, und die ersten urkundlichen Nachrichten stammen von 1066, obwohl der Bau schon in den Jahrzehnten davor bestanden haben muss. Die Nachfahren Arduins, des Markgrafen von Ivrea und späteren Königs von Italien, die Grafen von Castellamonte, machten daraus eine der komplexesten Wehranlagen des Canavese: Von der Feste lief die Ringmauer zur Ebene hinab, umschloss den ganzen Hügel und reichte bis zur Straße zwischen Cuorgnè und Ivrea. Entlang dieser Mauer, in der sich die sieben noch sichtbaren Tore öffneten, wuchs der Ort, der von der Burg seinen Namen nahm.
Sehenswertes
Die ursprüngliche Burg wurde während des Tuchini-Aufstands zerstört, und erst 1387 stellte Ibleto di Challant, von Amadeus VIII. von Savoyen entsandt, die Ruhe wieder her. Der Wiederaufbau stammt vom Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts; aus jener Zeit erhalten sind der Torturm der Ringmauer, der Eingangstorturm und die Gesamtanlage mit den vier Gebäuden rund um die Zufahrt. Weitere Verwüstungen brachte 1552 der Einfall des Marschalls de Brissac in den Canavese.
Der Besuch
Heute besteht die Anlage aus vier Gebäuden. Nach Norden die beiden ältesten; nach Süden die beiden später wiederaufgebauten, die man durch ein barockes Portal betritt, das auf einen großen Gartenhof führt, umgeben von einer Balustrade aus örtlicher Terrakotta, von der aus man die Ebene von Agliè bis Superga überblickt. Der weiße Palast hat eine Anlage des siebzehnten Jahrhunderts und wird Amedeo di Castellamonte zugeschrieben, dem hier geborenen Architekten der Savoyer; von ihm stammt auch die Hauskapelle. Den roten Turm dagegen verwandelte Mitte des neunzehnten Jahrhunderts der Architekt Luigi Formento in eine neugotische Villa mit Terrakotten und Ghibellinenzinnen.
Tipp der Redaktion
Eine Zahl erklärt die Funktionsweise dieses Lehens besser als jeder Stammbaum: Die Grafschaft war in 271 Gerichtspunkte geteilt, welche die verschiedenen Familienzweige im dreijährigen Wechsel ausübten. Zur Unterscheidung hatten sich die Zweige Beinamen zugelegt: Cagnis, Cognengo, Aimone, Della Porta, Merlo, Vercellino. Aus dem Zweig Cognengo kamen Carlo und Amedeo di Castellamonte, beide Hofarchitekten.
