Das Museum für zeitgenössische Kunst hat seinen Sitz im Schloss Rivoli, einer der Residenzen des Hauses Savoyen im Piemont und UNESCO-Welterbe, auf dem Hügel hinter der Altstadt. Das Schloss ist unvollendet: Nach den Zerstörungen des Spanischen Erbfolgekriegs ging der von Viktor Amadeus II. angeordnete Wiederaufbau 1716 an Filippo Juvarra, der ein großartiges Projekt im Sinn hatte, doch fertig wurden nur die beiden Ostflügel, und die Fassade blieb unvollendet. Den Umbau der Räume für das Museum plante der Architekt Andrea Bruno.
Sehenswertes
Das Museum öffnete am 18. Dezember 1984 mit der Ausstellung «Ouverture» unter dem damaligen Direktor Rudi Fuchs, mit Werken der Konzeptkunst, des Minimalismus, der Land Art, der Arte povera und der Transavanguardia. Die ständige Sammlung entstand ab den Neunzigerjahren, dank Schenkungen von Künstlern und Förderern und dank Ankäufen, die die Region Piemont und die Fondazione CRT finanzierten. Heute umfasst sie unter anderem Donald Judd, Bruce Nauman, Richard Long, Alighiero Boetti, Mario und Marisa Merz, Michelangelo Pistoletto, Giulio Paolini, Sandro Chia und Francesco Clemente; dazu kommen zwei Werke von Maurizio Cattelan von 1997, Novecento und Charlie don't surf. Die Werke stehen in den Sälen im Dialog mit den historischen Räumen des Schlosses.
In der Manica Lunga aus dem 17. Jahrhundert, dem niedrigeren, vom Schloss getrennten Bau, befinden sich die Fachbibliothek, seit 1999 öffentlich zugänglich, und das Forschungszentrum. Seit 2002 hat das Museum auch eine Abteilung für Werbung, entstanden durch den Erwerb der Sammlungen von RAI Sipra: rund dreißigtausend Werbespots, Plakate und Druckanzeigen. Der dritte Standort ist die Villa Cerruti, eröffnet im Mai 2019, mit der Sammlung des Unternehmers Francesco Federico Cerruti: fast dreihundert Gemälde und Skulpturen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, alte Bücher und Möbel berühmter Kunsttischler.
Der Besuch
Das Schloss liegt an der Piazza Mafalda di Savoia in Rivoli, etwa fünfzehn Kilometer westlich von Turin. Öffnungszeiten, Eintritt und laufende Ausstellungen sind auf der offiziellen Website des Museums zu prüfen.
Tipp der Redaktion
Suchen Sie im ersten Stock die große Installation von Sol LeWitt: 1991 schenkte er als erster Künstler dem Museum ein Werk und wählte den Saal dafür selbst aus.





