Das Diözesanmuseum für sakrale Kunst in Susa wurde am 22. September 2000 eingeweiht, betrieben von Bischof Vittorio Bernardetto und nach einem Entwurf der Architektin Maria Pia Dal Bianco errichtet. Es belegt fünf Säle der Rettoria auf zwei Geschossen, neben der Kirche der Madonna del Ponte, einem der barocken Bauten der Stadt. Es ist der Hauptsitz des diözesanen Museumssystems des Susatals, mit Außenstellen in Melezet di Bardonecchia, in Giaglione, in Novalesa und in San Giorio di Susa.
Sehenswertes
Der erste Saal zeigt den Schatz der Kathedrale und der Kirche der Madonna del Ponte mit Werken vom siebten bis ins zwanzigste Jahrhundert: darunter die Monate des Jahres, ein Fresko des dreizehnten Jahrhunderts, abgelöst aus dem Kanonikat der alten Santa Maria Maggiore, ein Vortragekreuz des vierzehnten Jahrhunderts von Johannes Bos Zuinich und eine Strahlenmonstranz piemontesischer Fertigung. Der zweite Saal, einst Sakristei und Chor der Kirche, versammelt Paramente und die von der Bruderschaft des Heiligen Geistes bestellten Gemälde. Der dritte und der vierte gehören den Goldschmiedearbeiten aus den Pfarreien des Tals, der fünfte der zeitgenössischen sakralen Kunst.
Der Besuch
Unter den Goldschmiedearbeiten sind zwei Stücke aus der Kathedrale San Giusto: zwei bronzene Türklopfer mit Löwen- und Stierkopf, lombardisch-piemontesischer Werkstatt, um 1130 gegossen, die am Portal saßen. Dazu kommt die Madonna del Ponte, eine Holzskulptur des zwölften Jahrhunderts aus französisch-piemontesischer Werkstatt, sowie zwei weitere Holzfiguren aus dem oberen Tal, die Madonna della Neve aus Vazon di Oulx und ein Gottvater aus Bousson. Das Museum bewahrt außerdem das Brevier von San Michele della Chiusa von 1315, nach der Zerstreuung der Bibliothek der Sacra auf dem Markt zurückgekauft.
Tipp der Redaktion
Das Stück, das man suchen sollte, ist das Triptychon vom Rocciamelone, aus Bronze, auf 1358 datiert und Jean de Bondol zugeschrieben. Es ist kein bloß bewahrtes Werk: Es ist ein Votivbild, das Bonifacio Roero auf den Gipfel des Rocciamelone trug, auf 3538 Meter, und das dort oben rund drei Jahrhunderte blieb, Frost und Gipfelwind ausgesetzt, ehe es ins Tal kam. Betrachten Sie es im Wissen, wo es gewesen ist. Treten Sie dann hinaus und heben Sie den Blick: Der Berg, der Susa im Norden überragt, ist eben jener.
