🌋 Natur und Aussichten

Riserva naturale dell'Orrido di Foresto

📍 Bussoleno, Piemont · 41/100

Das Naturschutzgebiet Orrido di Foresto liegt zwischen den Gemeinden Bussoleno und Susa, an der Südseite des Susatals, und wurde 1980 eingerichtet. Es umfasst rund 180 Hektar zwischen 450 und 950 Metern Höhe. Der Name kommt von der Klamm: In den Kalkfelsen hat der Wildbach Rocciamelone, bevor er den Talboden erreicht, eine Schlucht mit überhängenden Wänden gegraben, die hier Orrido heißt. Zusammen mit dem nahen Orrido di Chianocco gehört sie zum Gebiet der xerothermen Oasen des Susatals.

Sehenswertes

Neben der Klamm umfasst das Schutzgebiet die umliegenden Kalkfelsen und die mageren Weiden, die in geringer Höhe die Talflanke überziehen: Trockenrasen, keine Bergwiesen. Es ist eine trockene, warme Umgebung mit wenig Regen, verhältnismäßig hohen Temperaturen und seltenen Frösten, und diese Verbindung ist der Grund für alles Übrige.

Der Besuch

Das Schutzgebiet entstand für eine Pflanze: den Großfrüchtigen Wacholder, ein für Piemont überaus seltener Bestand. Es ist eine Art, die heute an den Küsten des Mittelmeers wächst, und sie kam vor siebentausend bis fünftausend Jahren hierher, als Klimaschwankungen die mediterrane Umwelt über weite Teile der Alpenkette ausdehnten. Dann kühlte das Klima wieder ab, und diese Wacholder blieben im warmen, trockenen Kleinklima des Tals gefangen. Es sind mehrere Dutzend, und sie drängen sich in der Kalkmulde nördlich der kleinen Siedlung Crotte. Mit ihnen wachsen viele Orchideen und weitere Arten steppischer oder mediterraner Herkunft.

Tipp der Redaktion

Es lohnt sich, im Wissen heraufzusteigen, was man da sieht: Diese Wacholder wurden nicht gepflanzt, sie sind die Nachkommen einer Population, die hier seit vor den Pyramiden lebt und überdauert hat, weil dieses Stück Hang nie kalt genug wurde. Genau das ist eine xerotherme Oase, ein Stück altes Klima, zwischen den Bergen eingeklemmt. An den Felsen sieht man oft Greifvögel, und unter den Säugetieren gibt es Füchse, Dachse, Wildschweine, Rehe und gelegentlich Gämsen.

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