Eine dem heiligen Petrus geweihte Pfarrkirche ist in Gattinara schon 1147 bezeugt. Der Bau wurde ab 1470 erneuert, und 1529 verfügte Kardinal Mercurino Arborio di Gattinara, Großkanzler Kaiser Karls V., testamentarisch die Gründung eines Hauses der Lateranensischen Regularkanoniker.
Sehenswertes
Von der Kirche des fünfzehnten Jahrhunderts blieben nur der Sockel des Glockenturms und die Fassade, geschmückt mit Backsteinfriesen nach lombardisch-gotischen Vorbildern, wie sie im Gebiet von Vercelli häufig sind. Achten Sie auf die Tafeln der drei geschnitzten barocken Holzportale: Sie zeigen die Patrone der Oratorien jener Dörfer, aus deren Zusammenlegung der Ort entstand. Das Innere dagegen stammt aus dem neunzehnten Jahrhundert und wiederholt für Schiff, Presbyterium, Chor und Sakristei ein Modul auf kreisförmigem Grundriss, gegliedert von großen Bögen und Säulenbündeln.
Der Besuch
In den Seitenkapellen landete die Ausstattung der älteren Kirche. Links öffnen sich der Scurolo des heiligen Benedikt, 1834 von Pietro Delmastro entworfen, der in einer Holzurne die aus der römischen Callixtus-Katakombe stammenden Gebeine des Heiligen verwahrt, und das Oratorium der Sakramentsbruderschaft mit der originalen Holzstatue der Madonna von Rado: In der nach ihr benannten Wallfahrtskirche steht heute eine Kopie. Vom Kloster, das der Kardinal wollte, blieb der Kreuzgang des sechzehnten Jahrhunderts mit Steinsäulen und geschnitzten Kapitellen.
Tipp der Redaktion
Die Geschichte, die man kennen sollte, ist die des Grabes. Mercurino starb 1530 plötzlich in Innsbruck und wurde nach seinem eigenen Willen zu Füßen des Hochaltars bestattet, gerade damit man während der Gottesdienste über ihn hinweggehe, als Zeichen der Demut. Die Grabplatte wurde während der französischen Besatzung zerstört und nie erneuert; 1899 kamen die Gebeine in ein neues Grab. Über allem steht seit 1884 die Kuppel aus Eisen und Backstein von Giuseppe Locarni.
