Die Villa Patti ist eine historische, halb ländliche Villa in der Via Santa Maria di Gesù in Caltagirone. Sie gehört der Gemeinde und beherbergt das Museum der historischen Villen von Caltagirone und Sizilien. Eine ländliche Ansiedlung der Adelsfamilie Patti bestand hier schon im 19. Jahrhundert, innerhalb des Systems von Villen und Parks, das die Adelsfamilien von Caltagirone seit dem 17. Jahrhundert rund um das Kloster Santa Maria di Gesù angelegt hatten, entlang einer Achse von etwa drei Kilometern: Es war die Gegend der Sommerfrische. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude vom einheimischen Architekten Gian Battista Nicastro grundlegend erneuert.
Sehenswertes
Die Fassade ist im venezianisch-neugotischen Stil gehalten: Spitzbogenfenster, einfach und gekuppelt, und Zinnen am Dachabschluss. Um das Gebäude läuft ein Kranz von Sitzbänken, im 19. Jahrhundert vom Stabilimento artistico-industriale Vella in Caltagirone gefertigt. Der englische Park bewahrt mediterrane und exotische Pflanzen, die teilweise auf die Anlage des 18. Jahrhunderts zurückgehen; 2015 stellte eine Instandsetzung die historischen Wege wieder her, legte von der Vegetation verdeckte Bauteile und Blickachsen frei und ergänzte eine Beleuchtung.
Das Museum in den Sälen des Hauptgebäudes ist der Kultur der Adelsvilla gewidmet: Gemälde, Entwurfszeichnungen, Stiche, historische Fotografien, Bücher, Majoliken und Terrakotten erzählen von der Sommerfrische der sizilianischen Familien, mit Karten der wichtigsten historischen Villen.
Der Besuch
Der Eintritt ins Museum soll frei sein, und der Park soll dank der Freiwilligen des Jugendrats, der hier seinen Sitz hat, auch nachmittags geöffnet sein: Zeiten und Öffnungen sind bei der Gemeinde zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Unter den historischen Villen dieser Gegend ist die Villa Patti die einzige in Gemeindebesitz und mit einem städtischen Museum. Im Sommer ist sie Schauplatz des 2024 entstandenen Sikelia Festivals, mit Gesprächen am Nachmittag und Konzerten und Filmvorführungen am Abend.

