Die Kirche San Francesco d'Assisi all'Immacolata mit dem ehemaligen Kloster der Minoriten steht an der Piazza San Francesco d'Assisi in der Altstadt von Caltagirone, nahe der Brücke gleichen Namens. Die örtliche Überlieferung will, dass der heilige Franziskus selbst das Kloster gründete; die erste Kirche, dem Erzengel Michael geweiht, wurde 1236 in gotischen Formen vom seligen Riccardo gebaut, einem seiner Anhänger. Im 16. Jahrhundert verändert, wobei ab 1592 die Gagini auf der Baustelle arbeiteten, wurde sie nach dem Erdbeben von 1693 im Barockstil neu errichtet; vom gotischen Bau ist eine Kapelle mit Kreuzgewölbe geblieben, und Spuren des 13. Jahrhunderts sieht man in der Sakristei.
Sehenswertes
Die Fassade, zu der eine fächerförmige Freitreppe hinaufführt, wurde nach 1727 von den Architekten Tommaso Amato und Francesco Battaglia aus Catania vollendet. Vier große Hochreliefs mit von Putten gehaltenen Wappen zeigen die marianischen Symbole: die Palme, den Turm Davids, die Himmelspforte und die Zeder. In der Mitte, in der Nische über dem Eingang, steht die Statue der Immaculata, 1627 von Giovanni Travaglia aus Palermo geschaffen; oben das franziskanische Wappen mit den beiden gekreuzten Armen. Die Kuppel hat keine Kalotte: Sie stürzte am 24. November 1702 während der Arbeiten ein und wurde nie vollendet. Der Glockenturm stammt von 1852, nach einem Entwurf von Salvatore Marino aus Caltagirone.
Im Inneren befinden sich eine Statue der Immaculata in goldbestickten Gewändern, Giuseppe Vaccaro zugeschrieben, eine mit Silber verkleidete Holzstatue des heiligen Antonius von Padua von 1677 und eine große Majolika-Krippe von Antonio Ragona aus dem 20. Jahrhundert.
Der Besuch
Seit 1911 ist das ehemalige Kloster Sitz des Bischofs und des Diözesanseminars. Öffnungszeiten der Kirche und Messzeiten sind beim Bistum Caltagirone zu erfragen.
Tipp der Redaktion
Die kleine Apsis mit Kuppelchen, die rechts die Symmetrie der Fassade bricht, erinnert an ein Ereignis von 1807: Im Dezember wurde aus der Kirche Santa Maria della Stella ein Ziborium mit den konsekrierten Hostien gestohlen, und am Heiligabend fand man es unversehrt auf der Treppe dieser Kirche. Dort wurde die Kapelle des Santissimo Sacramento Ritrovato gebaut.







