⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Francesco di Paola

📍 Caltagirone, Sizilien · 47/100

Über dem Portal, in einer Nische mit der steinernen Figur des Heiligen von 1625, zeigt eine Majolikatafel Franz von Paola, wie er die Meerenge von Messina auf seinem Mantel überquert: In Caltagirone, einer Stadt der Töpfer, werden auch Wunder in Keramik erzählt. Der Bau begann als Kirchlein Sant'Antonio Abate neben einem Dominikanerkonvent an der Via Carolina, der heutigen Via Roma; 1582 übergab ihn der Stadtsenat dem Orden der Minimen, der ihn erweiterte und ihm den Namen seines Gründers gab.

Sehenswertes

Die Arbeiten der Minimen liefen von 1592 bis 1605 und gaben der Kirche die beiden Portale aus weißem Stein im späten Renaissancegeschmack, die noch heute dastehen. Fassade und linke Flanke sind genau die Teile, die das Erdbeben vom 11. Januar 1693 stehen ließ: In einer fast vollständig zerstörten und barock wiederaufgebauten Stadt sieht man hier ein Stück Caltagirone von vor der Katastrophe.

Im Inneren steht die Statue des Stadtpatrons in der Apsis; an den Seiten des Presbyteriums und am Reliquienaltar hängen Gemälde, darunter der heilige Vinzenz von Paul und die Schmerzensmutter von Francesco Vaccaro, einem Maler aus der Stadt. Ein großer Teil der Ausstattung wurde nicht für diese Kirche gemacht, sondern kam aus anderen Kirchen des Ortes. Das Kloster nebenan, an derselben Straße, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in ein Krankenhaus umgewandelt. Am 12. Dezember 1926 erhob Monsignore Giacomo Carabelli, Erzbischof von Syrakus und Apostolischer Administrator von Caltagirone, die Kirche zur Pfarrkirche; geweiht wurde sie erst am 3. Mai 2025 durch Bischof Calogero Peri.

Der Besuch

Die Kirche steht an der Via Roma, an der Ecke zur Piazza Marconi, an der Achse, die von der Unterstadt zur Altstadt hinaufführt: Von der Scala di Santa Maria del Monte, den 142 Stufen mit Majolikaplatten, kommt man auf derselben Straße herunter. Es ist eine aktive Pfarrei, sie öffnet also zu den Gottesdiensten und schließt am Nachmittag: Der Vormittag ist die sichere Zeit, und die Messzeiten sind zu respektieren. Für Portal, Tafel und Innenraum reichen zwanzig Minuten; eine Stunde wird daraus, wenn man weiter zum Keramikmuseum und zum Stadtgarten geht.

Tipp der Redaktion

Vor dem Betreten stellen wir uns auf den Gehsteig gegenüber, am Vormittag, wenn die Sonne auf die Front fällt: Von dort ist die Majolikatafel über dem Portal gut zu lesen, Farben und Figur des Heiligen inklusive, und man misst den Abstand zwischen diesem Entwurf des 16. Jahrhunderts und allem, was Caltagirone nach 1693 gebaut hat. Danach gehen wir langsam die Via Roma hinauf: An dieser Straße hat sich die Stadt in die Länge gezogen, und alle hundert Meter gibt es etwas zu sehen.

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